KI als "Ghostwriter"
Mit "generativer KI" kann man inzwischen ohne viel Aufwand wissenschaftliche Texte erzeugen, die auf den ersten Blick hochwertig und unverdächtig aussehen. Da ist für die Studenten die Versuchung groß, ihre Hausaufgaben, Seminararbeiten oder gar Abschlussarbeiten von einer KI schreiben zu lassen.
Jedoch hat die heutige KI noch ein paar typische Schwächen. Zum Beispiel liebt sie es zu "halluzinieren", d.h. Inhalte frei zu erfinden. Da steht dann vielleicht im Quellenverzeichnis ein Paper das es gar nicht gibt, oder die Messwerte sind an die Erklärung angepasst und nicht umgekehrt. Wenn ich so etwas als menschlicher Autor täte wäre es ein schwerer wissenschaftlicher Verstoß, deshalb ist es riskant solche Texte als eigene Leistung auszugeben.
Aber natürlich steckt da ein generelles Problem dahinter: Die Verwendung zeitgemäßer Hilfsmittel und Werkzeuge gehört ja zum qualifizierten Arbeiten dazu, da kann man eine zukunftsweisende Technologie nicht einfach verbieten und verteufeln. Man kann verlangen dass die benutzten Hilfsmittel deklariert werden, und die Unis weiten diese Forderung momentan auf KI-Tools aus.
Jedoch zeichnet sich ab, dass die Qualität eines geschriebenen Textes demnächst kein geeignetes Maß für die persönliche Leistung eines Studenten mehr sein kann, und eigentlich soll ja letztere bewertet werden und nicht der Text selber. Ich rechne deshalb mittelfristig mit bedeutenden Veränderungen im Prüfungswesen und beim Studium insgesamt, habe aber noch keine richtige Vorstellung was dabei herauskommen könnte.