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Der beste Vater der Welt.

Gespeichert von tatti am Fr., 01. November 2013 - 18:16

Diesen Artikel widme ich vor allem meinem verstorbenen Vater und allen Männern der Welt, die bereits schon Väter sind oder sie bald werden.

Der beste Vater der Welt.

Ich vermisse ihn sehr..., ich vermisse meinen Vater...
Es sind schon mehr als vier Jahre seit dem Tod meines Vaters vergangen, aber ich begreife bis heute noch nicht und werde wohl nie das richtig nachvollziehen können, dass er tot ist, dass es ihn mehr nicht gibt, wenigstens nicht auf dieser Welt...

Seit ich kleines Mädchen war, war ich wie ein Klebeblatt an meinen Vater gebunden. Egal, wohin er ging oder fuhr, wollte ich unbedingt in der Nähe sein, so nah, dass mein Vater mich fast treten könnte. An einen lustigen Fall, der mir auf Grund dieser Nähe passierte, erinnere ich mich bis heute sehr gut.

Ich, meine Eltern und einige meine Geschwister (und von denen habe ich vier) waren an einem Wochenende im Dorf, auf unserer so genannter russischer „Datscha“, hatten da wie immer viel zu tun, vor allem im Garten gab es damals VIEL zu tun, denn die deutschen Gärten und russische unterscheiden sich gewaltig; die Grundstücke bei uns, woher ich komme, sind riesig, mit großen Feldern und Wiesen, man erbt die von Generation zu Generation, eigentlich ist so ähnlich wahrscheinlich wie hier in Deutschland bei Bauernhöfen. Nachdem wir mit Kartoffeln-, Gemüse- und Obstsammeln fertig waren, mussten wir uns langsam auf den Weg nach hause machen, wieder zurück in die Stadt kehren, alle hatten ihre Verpflichtungen, einige mussten zur Arbeit, andere zur Schule gehen, und bei mir müsste der nächster Tag ein besonderer Tag in meinem Leben werden, denn es war mein erster Schultag. Mein Vater hatte wie immer vor dem Abreisen in die Stadt Eile, er musste im Dorf noch so viel erledigen, genug Futter für alle Tiere für eine Woche lassen, schnell unter Auto noch was schrauben, alle Sicherheitsmaßnamen im Haus drin und außen treffen, Strom, Gas und Wasser abschalten usw., also alles schnell noch nachprüfen, ob alles ok war und dann konnte es losgehen. Während meine Mutter mit meinen älteren Geschwistern ungeduldig auf mich und Vater in unserem Familienwagen wartete, fing gerade mein Vater an, das alte Einfahrttor auf den Grundstuck zu schließen; dieses Tor stand schon seit der Zeiten als meine Großmutter noch lebte, es war von innen mit großem Holzbalken zu schließen. Als mein Vater in Eile den Balken schon ins Tor einstecken wollte, traf er plötzlich mich mit dessen Rande auf den Mund. Natürlich war mein Vater nicht schuld, dass er mich getroffen hat, obwohl meine Mutter ihn dafür damals gleich ausgeschimpft hat, dass er auf seinen Klebeblatt mehr aufpassen sollte, immer vorher gut schauen, ob ich nicht in der Nähe bin. Im Grunde war nichts dramatisch passiert, ich wurde nur leicht getroffen, aber es reichte, um einen Schneidezahn zu verlieren.

Mein erster Schultag konnte kommen. Ich war bereit. Mit oder ohne Zahn spielte doch keine Rolle. Mit meinem zahnlosen strahlenden Lächeln sah ich einfach bezaubernd aus. Irgendwie fühlte ich mich an meinem ersten Schultag wie eine besondere Kriegerin, die eine Kampfwunde besaß und nun keine Angst vor Schule hatte, vor Lehrer und Klassenkameraden. Ich stand stolz vor vielen fremden Menschen mit dem großen Blumenstrauß in Händen..., ich war zwar ohne Zahn, aber glücklich, denn neben mir stand mein lieber Teddy, bester Vater der Welt. Ich werde meinen ersten Schultag und dieses lustiges Ereignis ein Tag vorher nie vergessen!

Die Anziehungskraft zu meinem Vater nahm mit den Jahren immer zu. Ich war von seinem Können, von seinem starken Willen und Durchhaltevermögen, von seiner selbstloser und opferbereiter Liebe zu den eigenen Kindern fasziniert. In meinen Augen gesehen, gab es nichts, was mein Vater nicht konnte. Vor allem war er handwerklich sehr begabt. Ja, er war ein technischer Genie seiner Zeiten, als alles noch mechanisch gesteuert wurde und man alles selbst reparieren konnte. Er hat viele Dinge für Familie gebastelt und repariert, eigene Möbelstücke, vor allem Möbel für Kinder, Küchen- und viele elektrische Hausgeräte, so gar zusammen mit meiner Mutter Konzertkleidung für meine Geschwister genäht und vieles anderes... Und alles, was er selber schuf, war perfekt. Die Sachen, die er vor vierzig Jahren gemacht hat, funktionieren bis heute fehlerfrei. Wie er selber immer sagte „Entweder macht man die Arbeit oder macht man sie nicht!“ , und damit meinte er natürlich die Qualität. Es ist nicht zum Vergleichen zu dem Müll, was heute massenhaft überall produziert wird, wobei keiner schon auf Qualität achtet. Hauptsächlich viel verkaufen und damit viel Gewinn machen, die moralische Seite des Produktionsherstellung interessiert die Hersteller leider nicht mehr. Es geht nicht mehr um Namen der Firma und ihren guten Ruf, sondern nur um Gewinn.

Man sagt, es gibt keine perfekten heilige Menschen und es gibt vor allem keine perfekte Väter. Ist das wirklich so? Oder die, die das behaupten, haben einfach solche Menschen selber noch nicht getroffen und deswegen aus eigener Enttäuschung so was äußern. Unsere Meinungen basieren sich meistens auf unsere eigenen Erfahrungen, das, was wir selbst erlebt haben, selber gesehen, selber gespürt. Und ich habe das erleben dürfen, was wahrscheinlich keiner von Ihnen erlebt hatte, aber vielleicht dank Ihnen, nur Ihnen selbst, Ihre eigenen Kinder das erleben werden. Erleben den Glück, Kind, in allen Sinnen dieses Wortes, zu sein, erfreuliches geschütztes Kind zu wachsen, Kinderjahren voll zu genießen. Ich hatte dieses Glück, in einer Familie mit liebevollen, fürsorglichen Eltern geboren und aufgewachsen zu sein. Und ich danke dem Leben, dem Gott dafür vom Herzen, danke für dieses wunderschönes Abenteuer, für das Märchen, in dem ich eine von den Hauptrollen spielen durfte, für dieses Märchenland namens meine Familie, in dem ich glücklich aufwachsen konnte. Aber vor allem danke ich meinen eigenen Eltern, meinem Vater. Wenn nicht mein Vater, nicht die Stärke seiner Persönlichkeit, wenn nicht sein Geduld zu uns, seine Ruhe in Unruhe und Unruhe in Ruhe zusammen, wenn nicht seine große Liebe und Fürsorge zu uns, die er durch häufige Sorgen um unseres Wohl zeigte, wenn nicht das alles..., dann wären meine Kindheitserinnerungen jetzt ganz anders, dann wären meine Empfindungen auch ganz anderes..., und wahrscheinlich dann würde ich wie viele andere behaupten, es existiere keine perfekte Väter. Aber nein, in meinem Fall kann ich stolz und völlig sicher sagen, es gibt perfekte Väter. Wahrscheinlich sind sie sehr sehr selten zu treffen, vielleicht ein mal pro Jahrhundert werden solche Menschen, wie mein Vater, geboren, aber vielleicht doch gibt es mehre ähnliche Väter, wie mein Vater, ich hoffe sehr, dass es die gibt oder geben wird, dass mein Vater nicht der einzelner Vater auf der Welt war, auf den seine eigene Kinder sehr stolz sind, zu dem sie eine besondere Verbindung hatten. Vielleicht sind Sie dieser zukünftige perfekte Vater, der meinen Artikel gerade liest, wer weiß...

Was macht eigentlich einen Vater einen guten, einen perfekten Vater für seine Kinder? Was muss an einem Mann besonders sein, dass die Kinder von ihm begeistert sind, ihn vergöttern, so wie ich immer getan habe? Haben Sie sich darüber schon Gedanken gemacht? War oder ist Ihr Vater für Sie ein besonderer Mensch, zum Beispiel, ein treuer, zuverlässiger rücksichtsvoller und weiser Freund? Nein? Was hat Ihrem Vater gefehlt, Ihrer Meinung nach, um diesen Freund für Sie zu werden? Versuchen Sie selber die gleichen Fehler Ihres Vaters mit Ihren eigenen Kindern zu vermeiden? Sind Sie ein guter Vater? Väter und Söhne..., Väter und Töchter..., es ist ein komplexes Thema, nicht wahr?

Was mich anbetrifft, war mein Vater für mich ohne Zweifel einer der besten Väter der Welt und das ist nicht übertrieben gesagt. Es ist die süße Realität, die zwar einem Märchen nah ausgesehen hat, aber in der ich wirklich aufgewachsen war. Und ich glaube, es gab keine Freundin oder Bekannte von mir, die mich nicht um meinen Vater beneidet hatte, denn sie selbe hatten weniger Glück wie ich und mussten von egoistischen Vätern mit grobem, aggressivem Verhalten erzogen werden. Solche Väter kümmern sich nur um eigenes Wohl; die Kinder ist eine große Last für sie; sie verbringen ihre freie Zeit damit, was sie am besten können, was ihren seelenlosen Körper gut tut – Saufen mit Freunden, mit gleicher Sorte von missglückten Vätern wie sie selbe. Ihre armen Kinder, die sich so sehr nach Nähe der Väter sehnen, müssen wohl fast wie Waisenkinder aufwachsen; man hat nur eine Mutter, die selbe entweder ähnliche egoistische Lebensweise führt wie ihr Ehemann oder in der Ehe völlig unglücklich ist und versucht beide Rolle in der Familie zu spielen, der Mutter und des Vaters, was am Ende sowohl sie als auch die Kinder überlastet, was sich in unbewusste psychodramatische Probleme später verwandelt, wieder ein Fall für Familienpsychotherapie.

Mein Vater war immer für mich da, einfach immer. Egal, wo ich gewesen war, egal, wie weit entfernt er war, war er immer da. Er war immer bereit alles aufzugeben, um sein Kind zu unterstützen, zu beschützen. Sein ganzes Leben war ein großes Opfer, Opfer für uns, damit wir, sein eigenes Fleisch und Blut, uns immer wohl fühlen, immer gut versorgt, versorgt sowohl finanziell als auch moralisch. Ein Opfer zu bringen, bedeutet sich selbe zu vergessen, eigene Wünsche und Träume aufzugeben, aufzugeben, um die Wünsche und Träume der anderen erfüllen zu können. Diese Opferbereitschaft meines Vaters hat mich schon als Kind sehr fasziniert und größten Respekt vor ihm aufgerufen. Wer kann heute so was? Je weiter sich die Welt, unsere Zivilisation entwickelt je egozentrischer wird sie. In heutiger Welt geht es meistens nur um eigene Bedürfnisse zu befriedigen. Von großer Moral ist heute nicht die Rede. Sind Sie als Vater bereit, für Ihre Kinder alles aufzugeben, nur damit es ihnen gut geht, in allen Sinnen dieses Wortes? Mein Vater war ein sehr schlauer, in technischem Bereich sehr talentierter Mensch mit riesigem Potenziell für Zukunft, und wenn nicht die große Familie wäre (immerhin siebenköpfige Familie und dazu noch mehrere Haustiere, die auch als Familienmitglieder zählen konnte), dann würde er ohne Zweifel den Gipfel in seiner Karriere erreichen, zu den reichsten Menschen des Landes werden, vielleicht würde er einen relevanten für das Land politischen Einfluss nehmen, zu einem der bedeutendsten einflussreichsten Männern des Staates werden. Wenigstens hatte mein Vater nach seinem Charakter beste Voraussetzungen dafür. Aber er hatte anderen Weg im Leben gewählt, den Weg, der zu Verständnis und gegenseitigem Respekt in der Familie führt. Er hat sein Potenzial, seine angeborenen Talente aufgegeben, weil es in damaligen schwierigen sowjetischen Zeiten, in Hunger und Arbeitslosigkeit, der einzige Weg gewesen war, damit seine Familie alles hatte, was sie brauchte, um ein gutes glückliches Leben zu führen. Ich war so gut von meinem Vater versorgt und geschützt, wie hinter stärkster unzerbrechlicher Wand der Welt, dass ich kaum was von diesen schwierigen Notzeiten mitbekommen habe. Ich musste später eher aus der Schule, aus Geschichtsbüchern erfahren, wie es alles gewesen war, als aus dem realen Leben. Und dafür verdanke ich nur meinen Eltern, vor allem meinem Vater, der uns immer den besten Schutz anbieten könnte, was natürlich, aus psychologischem Sicht gesehen, auch seine Nachteile hat, denn die Kinder, die in ihren Kindheits- und Jugendjahren völlig von den Eltern geschützt waren, sind später leider oft selbe nicht im Stande, auf sich selbe gut aufzupassen, sie brauchen immer weiter diese süße Droge wie selbstlose Liebe, Schutz und Zuneigung von Mitmenschen, und wenn sie es nicht bekommen, dann gibt’s wieder ein Fall für die Psychotherapie, wieder was zu tun für Therapeuten, sie freuen sich schon darauf, Ihre Probleme zu entdecken und zusammen mit Ihnen jahrelang zu analysieren, je länger desto effektiver sowohl für Sie als auch für ihre Taschen. Nicht dass Sie denken, ich mag die Therapeuten nicht, nein, ich respektiere diesen Beruf, den Beruf, der viel Weisheit und Mitgefühl dem Kunden gegenüber erfordert, aber da ich selbe mal Psychologie schon studiert habe, erlauben Sie mir diese kleine auf Erfahrungen basierte Ironie, vielleicht auch Selbstironie.

Trotz dass mein Vater seinen viel versprechenden Berufsweg nach oben aufgegeben hatte, war ihm gelungen, einen großen Respekt und Sympathie nicht nur von den Arbeitskollegen sondern auch von den Direktoren aller Betriebe, wo mein Vater gearbeitet hat, zu gewinnen. Auf seiner letzten Arbeitsstelle, auf einer der größten Fabrik des postsowjetischen Landes, die auf hohem Niveau Kühlanlagen und andere große Hausgeräte hergestellt hatte (so wie in der Art hier in Deutschland damalige Firmen Bosch oder Miele), war mein Vater für seine ehrliche hochqualitative Arbeit besonders von dem Direktor beliebt. So gar in der Nacht musste mein Vater ab und zu mit Betriebsauto plötzlich abgeholt werden, denn die Produktion lief endlos und jeder technische Fehler, jede Unterbrechung brachte große Verluste für die Firma, und erstaunlicher weise gab es bei der Firma keinen besseren Spezialisten als meinen Vater, der schien der einzige gewesen zu sein, der diese Fehler schnell beseitigen könnte. So viele Mitarbeiter waren, die extra für Nachtschichten im Betrieb angestellt worden waren, aber keiner kannte sich so gut mit damaliger Technik aus wie mein Vater, einfach unglaublich, nicht wahr?! Respekt, Teddy...!

Ich erinnere mich gerne an meinen Vater, an meine sorglose Kindheit. Und als erwachsene Person vermisse ich diese glücklichen Kinderjahren, aber vor allem vermisse ich sehr meinen verstorbenen Vater..., er fehlt mir sehr...

Eines der Ereignisse, das mir passiert war, ist tief in meine Kindheitserinnerungen eingedrungen. Dieses Ereignis so wie natürlich viele andere bewies die Liebe meines Vater zu seinem Kind, das Hilfe brauchte.

Ich, meine Eltern und zwei ältere meine Brüder waren mal nach Deutschland von einer netten deutschen Familie eingeladen. Viele Familien aus Osteuropa zu damaligen Zeiten, nach den 90-er Jahren, besuchten deutsche Familien nach dem Programm „Kinder in Not“ oder „Kinder aus Tschernobyl“. In unserem Fall war „das Kind in Not“ einer von meinen Brüder, er war an Kopfkrebs erkrankt und zwei mal operiert worden... Zwei verschiedene Kulturen, zwei völlig verschiedene Mentalitäten lernten sich durch diese Möglichkeit kennen. Dank der Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit, die viele deutsche Familien uns erwiesen hatten, haben wir, die Menschen aus anderer Welt, das deutsche Volk mit ganz anderen Augen gesehen. Wenigstens war ich damals als Kind von Deutschland und seinen netten, freundlichen Landsleuten begeistert.

An einem schönen sonnigen Tag verbrachten wir Zeit in dem Garten, wir alle, unsere und deutsche Familien, außer meinem Vater und einem von den Brüdern, sie waren an diesem Tag bei einer anderen deutschen Familien zum Angeln eingeladen. Wir unterhielten uns lebendig über alles Mögliches, obwohl Deutsch könnte damals nur mein erkrankter Bruder und bisschen meine Mutter, aber irgendwie halb mit Worten, halb mit Gesten verstanden wir uns alle sehr gut; wir spielten verschiedene Spiele, sowohl intellektuelle als auch Bewegungsspiele, bis es schon allmählich Zeit kam, sich auf den Weg zu Pizzeria zu machen, wenigstens hat die deutsche Familie damals so geplant, dass wir den Abend gemütlich in einem griechischen Restaurant verbringen. Bevor wir uns auf den Weg machten, hatten ich und mein Bruder angefangen, Federball zu spielen, eines meiner Lieblingsspiele. Wir zählten... 78..79... 80.......98...... “Ach nein, nur nicht jetzt...“- dachte ich mir enttäuschend während mein Fuß gerade geknackt hat, 99,...100 „Geschafft!“ – schrie ich mit gebissenen Zähnen vor Freude und Schmerz, der sich nun deutlich spüren ließ. Es war eindeutig eine leichte Ausdehnung, eigentlich nichts Schlimmes, kein Bruch oder so was, aber trotzdem tat der verstreckte Fuß richtig weh. Als die deutsche Familie mich ins Haus hinkend gehen sah, war sie etwas enttäuscht von mir, sie haben mir damals nicht geglaubt, dass ich wirklich den Fuß beim Spielen ausgedehnt habe, sie dachten, ich spiele ihnen was vor, weil ich keinen Lust hätte, mit ihnen zum Abendessen zu Pizzeria zu gehen. Beweisen könnte ich ihnen natürlich auch nicht, denn der Fuß sah fast ganz normal aus, vielleicht nur bisschen geschwollen. Meine Bitte, zu Hause zu bleiben und auf Vater mit Bruder zu warten, wurde abgelehnt. Also musste ich mitgehen, was ich auch tat, mit Schmerzen, aber ging, wie ich es konnte. Wahrscheinlich sind viele Erwachsene schon gewöhnt, den Kindern mehr nicht zu glauben, als zu glauben. Schade..., denn gerade Kinder sagen öfter die Wahrheit als die Erwachsenen.

Als wir von Pizzeria zurück waren, war mein Vater auch nach hause angekommen. Der Vater begriff, was passiert worden war und versuchte mir gleich zu helfen; er hat mir für die Nacht eine besondere Kompresse auf den Fuß gelegt, fürsorglich hat er meinen Fuß damit verbunden; woraus diese Kompresse bestand, erwähne ich lieber nicht; hauptsächlich hat mein Vater so gar in fremdem Land ohne Medikamente alles für sein Kind, das ihn brauchte, getan, was er tun könnte. Am nächsten Tag könnte ich schon wieder ohne Schmerzen laufen! Es war kleines vielleicht für jemanden anderen völlig unbedeutendstes Ereignis, aber für mich war das war besonderes, das, was ich nie vergessen werde, wofür ich meinen Vater noch mehr liebe.

Mein Vater musste sehr VIEL arbeiten, um so eine große Familie gut versorgen zu können, wie Russen sagen „rabotatj, rabotatj und noch mal rabotatj“. Aber erstaunlicher und verwunderlicher weise hatte er immer irgendwie geschafft, auch mit seiner Familie genug Zeit zu verbringen, dass wir, die Kinder, nie wirklich gemerkt haben, dass er oft weg war; wie er das machte bei 4-5 Arbeitsstellen, bei Nebenjob als Taxifahrer nachts, habe keine Ahnung. In meinen Augen war und bleibt er immer ein Held, ein Supermann, der immer da war, wenn man ihn brauchte. Sind Sie ein Held für Ihre Kinder, sind Sie für die da? Oder nach hartem Arbeitstag füllen Sie sich schon so überfordert, dass Sie sich nichts anderes wünschen, als sich auf die Couch zu legen und gemütlich Fernsehen zu schauen oder was Online zu spielen; auf schreiende vor Freude Kinder, die auf Sie so ungeduldig gewartet haben, haben Sie keine Lust.

Ja, einfach unglaubliche Persönlichkeit war mein Vater. Überall versuchte er zu schaffen und das ist ihm gut gelungen. Er arbeitete viel und war gleichzeitig immer für seine Familie da, zu Hause hatte er immer meiner Mutter bei Haushalt geholfen, beim Putzen und Kochen, bei Tausenden Kinderklamotten zu waschen, und das war nicht heutiger Luxus, wobei einer Frau eine Waschmaschine so viel von harter, erschöpfender Arbeit wegnimmt, nein, damals mussten meine Eltern noch alles per Hand machen und das ist bei so vielen Kindern, in der Zeiten, wo es noch keine Pampers gab. Also meine Eltern hatten ordentlich VIEL zu tun beim Haushalt. Und meine Mutter würde alleine bestimmt so eine große Last nie schaffen zu tragen, aber dank meines Vaters hat sie das prima geschafft, er versuchte ihr so viel zu helfen wie er nur konnte, er schlief vielleicht nur 2-3 Stunden, aber erstaunlicher Weise hatte er sich nie beklagt, nie kaputt ausgesehen, obwohl innerlich definitiv waren meine Eltern völlig fertig, aber sie zeigten ihre Erschöpfung nie. Können heutige junge Eltern so viel ertragen und dabei mit dem Leben zufrieden sein, was meine Eltern getan haben? Nein, kaum jemand schafft so was. Schon bei einem Kind fühlen sich die Eltern überfordert und versuchen von ihren Pflichten irgendwie zu fliehen, am besten wäre es, die Kinder bei Großeltern zu lassen und selbe irgendwo in den Urlaub zu fliegen oder sich mit Freunden zu treffen, Partys zu machen, nicht wahr? Machen Sie das auch? Dann werden Sie bestimmt nie zu einem Helden für Ihre Kinder. Sie werden einfach ein Bekannter für sie, zu dem ihre Kinder später, wenn Sie alt sind, nichts anders als nur bestimmte Pflichten erfüllen müssen, aber zu dem sie leider keine echte Liebe empfinden, Liebe zwischen Kind und seinen alt gewordenen Eltern. Obwohl für viele Eltern, vor allem sehe ich das bei deutschen Eltern, scheint das völlig zu genügen; das Kind erfüllt seine Pflichten ihnen gegenüber sorgfältig, was kann man noch von ihm erwarten..., Liebe etwa..., Fürsorge..., rührende Gefühle...? Ne, woher müssen plötzlich echte Gefühle auftauchen, wenn sie auch von den Eltern dem Kind gegenüber nie wirklich gezeigt worden sind. Je egoistischer genießen die Eltern das Leben je egoistischer wird ihnen später das Verhalten ihrer Kinder vorkommen. Muss doch jedem klar sein! Das Leben funktioniert nach Bumerang Gesetz. Alles, sowohl Gutes als auch Böses, was du in deinem Leben tust, kehrt irgendwie zu dir selbst zurück und deswegen beklage dich später nicht, du hättest es nicht verdient, denn wenn du mit dir ehrlich bist und genauer zurück in deine Vergangenheit blickst, wirst du es selbe feststellen, dass du selbst kein Engel gewesen warst; deine vergangenen Taten beweisen es. Man kann nie mehr bekommen als man selber gibt. Es tut mir Leid, wenn es jemandem nicht gefällt, aber nicht ich habe diese Lebensgesetze erfunden, sie haben sich wie die Naturgesetze, wie Regen und Sonne, selbe im Laufe der Zeiten ergeben. So wie wir einem Wind oder Schneesturm machtlos gegenüber sind, so sind wir diesem Bumerang Gesetzt völlig machtlos sind, man kann sich nur daran anpassen, man kann es verstehen, wie es funktioniert und daraus lernen, die Konsequenzen vorherzusehen.

Die Taten und nichts anderes als die Taten meines Vaters hatten seine Liebe und Treue uns gegenüber, seiner Familie, die für ihn immer auf erstem Platz stand, immer Priorität № 1 gewesen war, bewiesen. Mein Vater mochte nicht viel reden, er war eher ein Mann der Sache. Er tat was Gutes und schwieg, ohne dabei darauf Akzent zu setzen. Er musste niemandem was beweisen, er tat einfach das, was sein Gewissen, sein Herz und Verstand ihm sagten. Er musste niemandem was vorspielen, er war dafür zu ehrlicher und gerader Mensch. Seine Liebe drückte er nicht durch die Worte, sondern was viel effektiver ist, durch seine Fürsorge, durch die Taten, die er in voller Sorge auf seine Familie getan hatte. Leider das, was ich mit meinen Augen noch als Kind gesehen habe, sahen nicht alle meine Geschwistern. Besonders schwierig wurde die Beziehung zwischen meinen Eltern und meinen Brüdern in der Zeit der Pubertät. Es waren sehr harten Zeiten für meine Eltern gewesen. Aber mein Vater hatte so gar in solcher Lebenssituation, in der Alterskrise, wo Kinder meistens immer ungehorsamer, aggressiver und unvernünftiger werden, viel Geduld und Verständnis den eigenen Söhnen gezeigt. Genau das hatte mich in meinem Vater am besonders fasziniert, seine Geduld, seine innere Kraft, so viel auszuhalten. Wer kann schon so was heute? Die Eltern von heute sind schon total genervt und überfordert, wenn sich ein Kind nur Musik mal laut anhört. Geduld und Belastbarkeit, starker Willen und Durchhaltevermögen – sind die mit der modernen Zeit verloren gehende notwendige Charakterzüge. Sicher ist dem Menschen vieles angeboren und gegen eigene Natur kann man trotz aller besten Erziehung kaum was tun, man kann nur eigener Natur folgen, ihre starke und schwache Seite erkennen, oder „in bösem Fall“ versuchen sie unter Kontrolle zu kriegen. Aber trotz, dass bei der Geburt des Kindes seine Genen sein in Zukunft verlaufendes Leben, sein, so zu sagen, Schicksal mehr als 50 % bestimmen (obwohl, meiner Meinung nach, das sind alle 99 % und für unsere eigene Einmischung, unseren Einfluss bleibt zum Glück oder zum Unglück nur der ein einzige Prozent), muss man sich Mühe geben, sich bisschen zu verbessern, wenn nicht für sich selbe, dann für jemanden anderen, der für Sie von großer Bedeutung ist.

Bevor ich meine Erzählung, meine kleine Geschichte über meinen Vater beende, möchte ich gerne noch über ein kleines, aber für mich eines der rührenden, herzergreifenden Geschehnisse aus meinen Erinnerungen an Vater schreiben.

Ich war schon ein großes Mädchen, so zu sagen, immerhin 25 Jahre alt. Bei mir mussten einige medizinische Untersuchungen auf Grund der neuen Arbeitsstelle gemacht werden, wenigsten in meinem Land, woher ich komme, gehört die medizinische Untersuchung zu neuen Mitarbeitern immer dazu, vor allem ist sie sehr gründlich, wenn die bevorstehende Arbeit mit Kindern zu tun hat. Mein Vater musste auch zu dem Arzt oder irgendwelche Unterlagen abholen, kann mich schon nicht daran genau erinnern. Also fuhren wir zusammen mit meinem Vater zu Klinik. Als ich mit allen Untersuchungen fast fertig gewesen war, stellte sich heraus, dass ich noch Blutabnahme machen muss. „Oh, nein..., verdammt noch mal..., ich hasse Blutabnahme durch die Vene, lieber schon wie in der Kindheit, durch den Finger, ist pickst zwar unangenehm, aber ist schnell und dabei war ich nie ohnmächtig geworden..., vielleicht lieber abhauen und die neue Stelle vergessen...“ – flimmerten meine Ängste in meinem Kopf hin und her. Bis heute schäme ich mich sehr dafür, dass ich ein Schwächling bin und kann nicht mal normal ohne Panik auf Blutabnahme, sowohl meine eigene als auch von den anderen reagieren. Natürlich ist das meistens Kopfsache, aber sie zu bekämpfen und richtig zu lenken, das ist verdammt schwer, egal, was man sich Gutes dabei einredet, klappt kaum. Komisch, aber früher hatte ich nie Angst vor Blut, als Kind konnte ich es problemlos ertragen, na ja, das war natürlich immer primitive Blutabnahme, die von dem Finger, mehr nichts. Aber zu erwachsener Welt, so wie ich die Witze gemacht habe, gehört auch erwachsene Blutabnahme, die brutale aus der Vene. Oh je, ich glaube, ich zittere und schwitze leicht schon von dem Schreiben davon und fühle in meiner Hand bisschen Schmerz, als ob mir vor kurzem Blut abgenommen wurde. Staune nur immer, wie stark sind wir auf unsere Psyche angewiesen, sie ist zweifellos das Hauptorgan. Aber zurück zu meinem damaligen Erlebnis in der Klinik. Als ich mit geschwitzten Händen, zitternden Knien und schnell klopfendem Herzen, das vor Angst schien völlig auszurasten, doch zu Blutabnahme gegangen war, hatte sich mein Vater gleich entschieden ins medizinische Kabinett mitzugehen. Das ist aber nicht üblich für unser Land, wo die Eltern nur mit kleinen Kindern zusammen ins Zimmer für irgendwelche Untersuchungen mitgehen dürfen. Und nun mit so einem großen Mädchen wie ich kommt der Vater mit. Mein Vater hatte damals so gar ironisch gefragt, ob es nicht in Ordnung wäre, wenn statt mir ihm Blut abgenommen wird, wir hatten so wieso gleiche Blutgruppen und diese Blutabnahme war auch nichts anders als eine von den Formalitäten für neuen Arbeitgeber. Und wie er damals der völlig von tausenden am Tage Patienten überlasteten Krankenschwester auf ihre Verwunderung geantwortet hatte „Ich muss dabei sein, weil ich auf meine Tochter aufpassen werde; falls sie vor Ohnmacht runterfällt, bin ich da, um sie zu fangen!“ Der Anblick auf den ins Zimmer hinkenden alten grauhaarigen Mann mit offenen entschlossenen hellblauen Augen, mit den breiten stolzen Schultern, aber mit den völlig kaputten von Arthrose Gelenken, mit dem Stutzstock in der Hand, der selbe mehr Hilfe brauchte, wie sich später in trauriger Zukunft herausgefunden hat, hatte damals sowohl mein als auch das Herz der Krankenschwester tief berührt. Noch nie in ihrer Praxis hatte sie erleben müssen, dass die Eltern so sehr an ihrem Kind gebunden waren, dass sie so viel Fürsorge, so gar wenn es nicht notwendig gewesen wäre, für ein ausgewachsenes Kind gezeigt hatten. Wahrscheinlich beneidete die Krankenschwester an jenem Augenblick, während sie mir Blut abnahm, meine Mutter um so einen tollen Mann und Vater für die Kinder geheiratet zu haben, wahrscheinlich sie selbe könnte von sich das nicht sagen, wahrscheinlich dachte sie verärgert an ihren eigenen Mann, an den rücksichtslosen häufig saufenden Ehemann, der nie sowohl für sie als auch für ihre Kinder da war, der nie so viel Fürsorge für die Kinder und sie demonstriert hatte, wie dieser fremde Mann...

Nach der Blutabgabe war ich nicht umgefallen, aber ein bisschen schwindlig danach war mir schon. Eine andere nette Krankenschwester hatte es beim Vorbeigehen bemerkt; ich hatte mich auf die Bank an der Wand im Flur gelegt. Sie brachte mir gleich was zum Trinken und Süßes zum Essen, damit sich mein niedriger Blutdruck wieder stabilisiert; ich hatte morgens vor der Klinik nichts gegessen. Mein Vater ging schnell zum Auto, um da auch nach dem Essbarem für mich zu schauen; zurück kam er mit einer kleinen in der Schublade unter dem Beifahrersitz gefundenen Schokolade; er streckte mir sie mit seinen großen liebevollen Arbeitshänden, auf denen die Haut im Laufe des harten Lebens ganz vertrocknen gewesen war. Es ärgerte ihn aber, dass er im Auto keine Thermokanne mit schwarzem Tee oder so was hatte. Er war teilweise ein Perfektionist. Er dachte an alles voraus, und in seinem Auto hatte er auch alles Notwendigste, was man für alle Fälle des Lebens brauchen könnte, wäre es eine Panne oder was anders.
Dieses kleines Ereignis bewies wieder die Treu und Liebe meines Vaters zu seinem Kind. Ich war und bleibe immer stolz auf meinen Vater. Ich habe immer meinen Vater geliebt und bewundert und ich werde ihn für immer lieben und bewundern. Aber ich bereue sehr, dass ich diesen Artikel über meinen Vater nur jetzt schreibe, nachdem er schon tot ist. Ich bereue sehr, dass ich mit der Zeit, je älter ich wurde, immer egoistischer wurde; ich hatte meinen Vater letzte Jahren seines Lebens unbewusst vernachlässigt; ich sehnte mich so sehr nach eigener Familie, nach großer Liebe meines Lebens, nach meinem Lebenspartner, dass ich wahrscheinlich kaum noch an jemanden um mich herum gedacht habe, als an mich selbe, an meine Wünsche und Träume und dass sie nicht in Erfüllung gehen...; ich war bestimmt ab und zu ungerecht zu meinem Vater, es war unabsichtlich, aber es war, was ich tief bereue. Aber besonders tut mir sehr sehr Leid, dass ich meinen Vater nicht retten könnte. Ich, diejenige, die so vieles in Medizin wusste, hatte seine Herzprobleme nicht erkannt, hatte nichts unternommen. Ich hasse mich dafür und werde wohl bis Ende meiner eigenen Tage diese große Last auf der Seele, dieses erdrückende, erstickende Schuldgefühl mit sich tragen. Es gibt keine Entschuldigung dafür. Ich habe einfach versagt, versagt dort, wo man auf keinen Fall versagen darf. Ich bereue jeden Tag..., es gab keine Nacht, dass ich, bevor ich einschlafe, an meinen Vater nicht gedacht habe, und es tut richtig weg, dass man vor Verzweiflung, dass man nichts ändern kann, beinah die Haare am Kopf nervös rauszieht. Ich vermisse meinen Vater sehr...und seinen Tod habe ich wahrscheinlich bis heute noch nicht richtig begriffen... Und ich wünschte mir so sehr, es wurde eine Zeitmaschine erfunden, dann könnte ich alles wieder gut machen, und wenn es mir auf Grund des geheimnisvollen Gottes Gesetzes nicht gelingen würde, meinen Vater zu retten, dann wenigstens hätte ich Gelegenheit, meinem Vater das zu sagen, was ich nicht gesagt habe, das zu tun, was ich nicht getan habe. Es klingt vielleicht völlig wahnsinnig und dumm, aber wäre es Möglichkeit geben, meinen Vater zu retten, wenn man ihm, zum Beispiel, neues Herz transportiert hätte, hätte ich ohne Zweifel mein Herz gegeben, was natürlich völlig absurd ist, denn ich brauche selbe ein und von meinem Tod würde meinem Vater nur noch schlimmer gehen und sein neues Herz hätte vor Traue nicht geschafft, lange zu schlagen. Man kann nicht die dramatischen Ereignisse ändern, man kann es nur versuchen zu lernen, mit denen zusammen zu leben; den Schmerz loszuwerden kann man so wieso nicht, man lernt mit der Zeit, mit ihm richtig umzugehen; ob man sich damit irgendwie abfindet...bezweifele ich...zwar setzt die Zeit ihre Heilkräfte, während sie nichts tut, sondern lässt sich einfach vergehen, bis im Leben des trauenden Menschen neue wichtige angenehme Ereignisse geschehen, die in so einer Art zeitliche Ablenkung von trüben Gedanken dienen können...

Ich habe meinen Vater verloren..., aber nach halbem Jahr habe ich im Internet einen netten deutschen Mann kennengelernt, ich habe mich kopflos in ihn verliebt..., und nun heute leben wir zusammen, wir sind eine Ehepaar. Mein Mann erinnert mich oft an meinen Vater, so viele ähnliche Charakterzüge..., wahrscheinlich auch deswegen fühlte ich mich so stark zu ihm hingezogen, als ich in ihm noch bei online Kennenlernen vieles von meinem eigenen Vater entdeckt habe. Es war immer mein Traum, ähnlichen Mann, wie mein Vater zu treffen, den besten Vater für meine eigene Kinder zu heiraten. Mein Vater war mein Vorbild für meinen zukünftigen Mann, deswegen waren meine Ansprüche an Partner auch ziemlich hoch. Und ich hätte bald die Hoffnung aufgegeben, dass ich irgendwann wenigstens bisschen ähnlichen Mann wie mein Vater treffe. Aber meine Sehnsucht nach meinem Vater war wahrscheinlich so groß, dass mir vielleicht von da oben irgendwie geholfen wurde..., wer weiß, vielleicht war das mein Vater, der mir geholfen hat, meine zweite Hälfte zu treffen..., niemand weiß Antworten auf diese ewigen Fragen, ob es alles einen Sinn in diesem Leben hat, eine Bestimmung oder ob das alles mit uns Geschehene nur reiner Zufall wäre..., man kann beides nicht beweisen, man kann aber an eines glauben.

Machen Sie sich Gedanken..., versuchen Sie wenn nicht der bester Vater der Welt, dann wenigstens ein guter Vater für Ihre Kinder zu sein. Es ist verdammt schwer, die Rolle des guten, weisen, gerechten Vater zu spielen, aber es ist möglich. Beweis dafür ist mein Vater. Er hat es geschafft, diese verantwortungsvolle Rolle des Vaters auf unserer großen Bühne „Familie“ ehrenhaft zu spielen. Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Kinder auch so starke emotionelle Verbindung zu Ihnen haben, wie ich zu meinen Zeiten zu meinem Vater gehabt hatte; dass sie auf Sie stolz sind, von Ihnen begeistert sind, Ihre beste Freunde werden... Ich wünsche Ihnen, dass wenn Ihre Zeit kommen wird, zu gehen, dass Ihre Kinder auch mal, wie ich heute, Sie vermissen werden und nur gute, schöne Erinnerungen von Ihnen behalten werden...Ich wünsche Ihnen Liebe und Verständnis, Fürsorge und Rücksicht, Geduld und Weisheit.

„Ich liebe dich Vater..., ich vermisse dich sehr..., und es tut mir sehr Leid, dass ich für dich so wenig Gutes getan habe..., ich hoffe, dass es dir in anderer Welt gut geht, dass du dich nach so einem harten stressigen Leben wie deines jetzt etwas ausruhen kannst..., ich hoffe, wir sehen uns irgendwann wieder, wir umarmen uns..., ob in dieser Welt oder in anderer...“ – flüstere ich ganz leise, wenn ich mal in meiner Lieblingskirche bin (sie befindet sich leider ganz weit von hier, in meiner Heimatstadt Minsk), wo eine besondere harmonische himmlische Atmosphäre herrscht, oder wenn ich am Friedhof vor Vaters Grab stehe.

In Liebe,
deine jüngste Tochter Tatjana

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