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Zweites Brexit Referendum

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Mi., 24. Oktober 2018 - 11:44

Wird ein zweites Brexit Referendum stattfinden?

Ich denke, JA.

Und Großbritannien wird weiterhin in EU bleiben.

Was denkt ihr?

Ein neues Referendum wäre nur die Nebensache. Die Hauptfrage lautet vielmehr, ob ein Regierungswechsel denkbar ist und wer dann eigentlich an die Macht käme. Die aktuelle Regierung würde komplett als Vollidiot dastehen, wenn sie jetzt vom Brexit zurücktreten würde.

Das Maximum, das Frau May in den Verhandlungen mit der EU überhaupt erreichen kann, wird trotzdem zu wenig sein, um von ihrer eigenen Partei eine Mehrheit dafür zu bekommen. Entweder wird es eine inkonsequente Mischung aus Minimalvereinbarung, Zeitaufschub und ein paar Alibi-Regelungen geben, oder tatsächlich einen "harten Brexit" ohne Vertrag.

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Mi., 24. Oktober 2018 - 15:15

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Ich vergleiche den Brexit mit einer Ehescheidung:

Der Ehemann möchte sich nicht mehr an die Regeln der Ehe halten. Er will nicht mehr für gemeinsame Dinge zahlen, und er will auch mal mit anderen Frauen rummachen. Also sagt er zur Ehefrau, dass er die Scheidung will. Die Ehefrau sieht jetzt auch keinen Sinn mehr in der Ehe, und der Scheidungstermin wird angesetzt.

Nun sagt der Noch-Ehemann: "Du sollst auch in Zukunft, wenn wir geschieden sind, für uns beide kochen. Einmal am Tag. Wir werden dann zusammen essen."

Die Noch-Ehefrau antwortet: "Nein."

Nun macht der Noch-Ehemann Kompromissvorschläge: Sie soll nur an jedem zweiten Tag kochen, oder nur am Wochenende. Und er wird beim Einkaufen helfen.

Sie bleibt bei "Nein", aber er könne gern das große Kochbuch mitnehmen. Der Noch-Ehemann kritisiert nun, dass die Noch-Ehefrau überhaupt nicht kompromissbereit sei.

An diesem Punkt sind momentan die Brexit-Verhandlungen.

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Sa., 27. Oktober 2018 - 20:14

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Viele Engländer träumen immer noch von oldtimer Großbritannien (Great Britain), während sie in UK (noch "United" Kingdom) leben und nach Brexit vermutlich nur England/Little Britain/Kleinbritannien bis Minibritannien übrig haben werden. Schotten und Nordiren träumen eher von Great-Europe als GB. 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Mo., 29. Oktober 2018 - 18:33

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Die Vorgeschichte beginnt im 17. Jahrhundert mit der Besiedlung einzelner irischer Gebiete durch Engländer und Schotten. Die Hauptgeschichte beginnt 1921 mit der Teilung Irlands, als deren Folge es heute die Republik Irland und das zum UK gehörende Nordirland gibt.

Die Bevölkerung in Nordirland ist uneinig: Ein Teil der Menschen will zu Großbritannien gehören, ein anderer Teil zu Irland. Dieser Konflikt führte im 20. Jahrhundert häufig zu tödlicher Gewalt. Er ist sehr hartnäckig, da er auch eine religiöse Komponente enthält.

Im Laufe der 1990er Jahre wurde der Konflikt entschärft und die Gewalt weitgehend beendet. Wichtigste Grundlage dazu war die EU-Mitgliedschaft beider Staaten. Die Grenze auf der irischen Insel war allmählich bedeutungslos und praktisch unsichtbar geworden, so dass die Menschen die Teilung nicht mehr als solche erlebten.

Der Brexit erzeugt allerdings an genau dieser Stelle eine EU-Außengrenze. Im Brexit-Referendum haben 55,8% der teilnehmenden Nordiren für den Verbleib gestimmt, bei einer Beteiligung von nur 62.7%.

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am So., 20. Januar 2019 - 19:24

Antwort auf von Gast (nicht überprüft)

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Das Referendum hatte der damalige Premierminister Cameron durchgeführt, um die EU-Gegner in seiner eigenen Partei zu bekämpfen. Mit diesem Ergebnis hatte er nicht gerechnet, und er trat sofort zurück.

Die Argumente der Brexit-Befürworter kamen von den Regeln und Pflichten der EU-Mitgliedschaft, die viele Briten als lästig und falsch empfinden. Im Vordergrund standen, unter anderem:

  • Hohe Geldzahlungen an die EU, während manche anderen EU-Länder Geld von der EU erhalten.
  • Freie Wohnsitzwahl von Arbeitnehmern, wodurch viele EU-Ausländer im UK arbeiten wollen (und dürfen).
  • Starke Kontrolle der Wirtschafts- und Finanzpolitik (und vollständige Kontrolle der Zollpolitik) durch die EU.
  • Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern auf Grund von EU-Beschlüssen.

Vor dem Referendum haben einige Brexit-Befürworter den Ablauf und die Auswirkungen des Brexit unrealistisch positiv dargestellt und in einzelnen Fällen sogar falsche Zahlen verwendet. Übrigens war die Mehrheit im Referendum sehr knapp (51,9%), gerade in Bezug zu der recht geringen Beteiligung (72,2%).

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am So., 20. Januar 2019 - 20:01

Antwort auf von Gast (nicht überprüft)

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Die Intention des Brexit ist eigentlich ganz plausibel (unabhängig davon wie man die Sache bewertet):

⇒ Die lästigen Regeln der EU loswerden, aber ein paar von den Vorteilen retten.

Dass die EU das nicht will, ist natürlich klar. Aber das UK hat ein paar Druckmittel und Lockmittel, z.B.:

  • Situation an der irischen Grenze. Eine Verschlechterung würde der Republik Irland (weiterhin EU-Mitglied) schaden.
  • Offene britische Zahlungsverpflichtungen: Bei einem Brexit ohne Vertrag blieben sie (wahrscheinlich) offen, und das Geld würde der EU sehr fehlen.
  • Einbindung der UK-Industrie in EU-Lieferketten: Bei Erschwerung des freien Warenverkehrs würden viele Produktionsabläufe gestört (z.B. bei Autos und Flugzeugen).

Siehe da, die EU könnte einige massive Nachteile vermeiden, wenn sie dem UK ein paar Wünsche erfüllen würde. Aber es gibt da ein Riesenproblem: Wenn das UK damit erfolgreich wäre, würden es andere auch versuchen, und die EU könnte zerfallen. Dieses Risiko wiegt so schwer, dass die EU-Vertreter lieber die anderen Nachteile in Kauf nehmen (jedenfalls bisher).

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Mo., 29. Oktober 2018 - 22:41

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In Europa gibt es nur zwei Typen von Staaten: kleine Staaten und kleine Staaten, die noch nicht verstanden haben, dass sie klein sind.

Paul-Henri Spaak (1899-1972), belgischer und internationaler Politiker.

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am So., 25. November 2018 - 19:48

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Das Vereinigte Königreich ist wegen der Brexit-Frage tief gespalten und vielleicht auch schon destabilisiert. Wenn es in der EU bliebe, würde das nicht behoben. Es bestünde die Gefahr, dass sich dieses Spaltungsdenken in der EU ausbreitet.

Die Auseinandersetzung mit dem scheidenden Mitglied bietet dagegen für die übrigen EU-Mitglieder die Chance (natürlich nur als Möglichkeit), ihre gemeinsamen Interessen besser zu bestimmen und den Zusammenhalt ein wenig zu verbessern.

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Mi., 09. Januar 2019 - 11:03

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Die britische Regierung will ihn nicht, auch im britischen Parlament sieht man trotz allen Durcheinanders eine Mehrheit dagegen. Auf der anderen Seite will ihn die EU auch nicht.

Aber: Beide Seiten benutzen ihn als Drohung gegen die andere Seite, um ihre Vorstellung vom Austrittsvertrag durchzusetzen.

Das heißt: Wenn beide Seiten bis zum Schluss die Nerven behalten, wird der harte Brexit wahrscheinlich kommen.

Krass.

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Mo., 18. Februar 2019 - 19:17

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  • Als Abschiedsgeschenk will ich ein Einhorn!
  • Es gibt keine Einhörner. Du kannst ein Pony haben.
  • Ich votiere gegen dein Pony!
  • Wir haben doch ausführlich darüber geredet: Ein Pony oder nichts.
  • Ich votiere gegen dein Pony!
  • Gut, dann bekommst du nichts.
  • Ich votiere gegen dein Nichts!
  • Du kapierst es echt nicht.
  • Ich will mehr Zeit zum Nachdenken!
  • Denkst du über das Pony nach oder über das Nichts?
  • Ich will ein Einhorn!

 

(Quelle unbekannt, kursiert in mehreren Versionen im Internet).

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Di., 09. April 2019 - 16:26

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Die Pleite von Thomas Cook ist ein Zeichen, welche Wirtschaftskatastrophen auf Briten zurollen werden. Hoffentlich sind sie schlau genug um eigene Regierung dazu zwingen, damit ein zweites Referendum stattfindet, bevor es zu spät wird.

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Di., 24. September 2019 - 14:35

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Der wirtschaftliche Erfolg einer Wirtschaftseinheit hängt nicht nur von der Leistungsfähigkeit und den natürlichen Ressourcen ab, sondern auch sehr stark von der Größe (genauer gesagt vom wirtschaftlichen Volumen).

Frage: Wem nützt eine große EU?
Antwort: Den Mitgliedern der EU.

Frage: Wem nützt eine Verkleinerung der EU?
Antwort: Den anderen großen Wirtschaftseinheiten. USA, China, Russland, ...

Frage: Kann Großbritannien vom Brexit profitieren?
Antwort: Alleine nicht. Nur durch Anschluss an eine der größeren Einheiten.

Frage: Warum gibt es massive Propaganda gegen die EU?
Antwort: Siehe zweite Frage.

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Mi., 16. Oktober 2019 - 13:51

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Meine Frage stelle ich mal direkt: Sind die Briten tatsächlich so dumm, dass sie nicht verstehen können, wie Brexit GB und EU schaden wird?

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Mi., 16. Oktober 2019 - 16:41

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Und es sind auch gar nicht "die Briten". Im Referendum haben 37,5 % der britischen Wahlberechtigten für den Brexit gestimmt und 34,7 % dagegen. Die restlichen 27,8 % haben nicht abgestimmt, was diese denken wissen wir nicht.

Natürlich hat die EU auch Nachteile. Aber in den meisten Mitgliedsländern ist die Meinung vorherrschend, dass die Vorteile überwiegen. Das hat auch mit dem Verhalten der Regierungen zu tun: Die unterschiedlichen deutschen Regierungen haben z.B. gegenüber der eigenen Bevölkerung stets die Vorteile der EU betont. Die britischen Regierungen (auch die EU-freundlichen) haben bei Problemen dagegen gerne gesagt, die EU sei schuld.

Der Beitritt des Vereinigten Königreichs zur EU war übrigens kompliziert. Frankreich war am Anfang sehr dagegen. Später hat die EU allerdings die Briten intensiv gedrängt, und als sie nicht so richtig wollten erhielten sie noch einen fetten Beitragsrabatt. Sie sind aber immer Außenseiter geblieben und beteiligen sich weder am Schengener Abkommen noch am Euro.

Die Wirtschaft Großbritanniens hat sich seitdem ungünstig entwickelt. Es gibt bei Industrieprodukten einen ungesund hohen Importüberschuss, d.h. es wird zu wenig produziert. Ich denke aber, dass das nicht an der EU liegt, sondern an der britischen Wirtschaftspolitik der Vergangenheit. Jedenfalls fehlen dadurch die Vorteile, die typische Exportländer wie Deutschland durch die EU haben.

Großbritannien hat traditionell eine starke Bindung an die USA, die auch in der Mentalität der Menschen verankert ist. Die wachsende wirtschaftliche Konfrontation zwischen EU und USA hat deshalb sicherlich bei vielen Briten Unbehagen erzeugt. Die Tendenz einiger EU-Staaten, die EU auch zu einem politischen Bündnis zu machen (gerade auch bei der Sicherheitspolitik), hat dieses Unbehagen auf jeden Fall verstärkt.

Daraus folgt die Auffassung, in der (wirtschaftlichen und politischen) Nähe der USA besser aufgehoben zu sein als in der Nähe der EU. Das zu erwartende Handelsabkommen mit den USA ist jetzt ein zentraler Punkt in den Hoffnungen, die die Briten für die künftige Entwicklung haben. Was da wirklich drinstehen wird, ist angesichts der Unberechenbarkeit der Trump-Regierung aber vollkommen Überraschung.

Ein ganz zentraler Punkt ist eine zunehmende Propaganda gegen die EU, die auf Nationalismus und Neid aufbaut. Es gibt diese in allen EU-Ländern, z.B. auch deutlich sichtbar in Deutschland. Angebliche einfache Lösungen für schwierige Fragen erreichen halt viele Menschen. Eine Steuerung oder zumindest Förderung aus dem Ausland (z.B. USA, Russland, China) ist zwar nicht wirklich sichtbar, ich halte sie aber für wahrscheinlich.

Auf der anderen Seite sind die britischen Wähler vor dem Referendum auch über die Vorteile der EU und die Nachteile des Austritts informiert worden. Z.B. hat die damalige Cameron-Regierung diese Broschüre an alle Haushalte geschickt. Zur gleichen Zeit fuhr Boris Johnson übrigens mit dieser Parole durch die Gegend, in der die EU-Beiträge Großbritanniens viel zu hoch angegeben sind. (Zur Erklärung: NHS steht für das Nationale Gesundheitssystem).

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Do., 17. Oktober 2019 - 20:46

Antwort auf von Gast (nicht überprüft)

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