"Nudging"
So wird der psychologische Trick bezeichnet, der hier dahintersteckt. Falls jemand sowieso Trinkgeld geben wollte, und das Gerät zeigt nebeneinander drei Vorschläge an, so wählt derjenige häufig instinktiv den mittleren Wert, um nicht geizig zu erscheinen. Übliche Vorschläge sind allerdings 7%, 15% und 20% (oder so ähnlich). Ohne diesen Trick würden die meisten Menschen eher 5% bis 10% geben.
Eine andere Variante ist die Wahl zwischen "Trinkgeld" und "Aufrunden" mittels großer, zentral platzierter Schaltflächen, nebst einer kleinen roten Schaltfläche "Nein" in einer der unteren Ecken. So etwas sieht man manchmal an Bedientheken und bei Selbstbedienungen, wo man in einer Schlange steht und beim Bezahlen einen besonderen Zeitdruck verspürt. Solange man nichts wählt wird die Karte nicht gelesen. Man drückt dann vielleicht "Aufrunden", weil man will dass es schnell weitergeht (und weil das rote "Nein" einen Abbruch suggeriert, obwohl hier die Fortsetzung ohne Trinkgeld versteckt ist). Bei freier Entscheidung geben die meisten Menschen an Bedientheken* und bei Selbstbedienungen kein Trinkgeld, denn es hat ja keinen besonderen Service gegeben.
Außer der Kartenzahlung betrifft das natürlich genauso die Handyzahlung mittels NFC.
*) Bemerkung: Wenn die Bedienkraft an der Theke nach meinen Wünschen ein belegtes Baguette zurechtmacht, gebe ich freilich ein kleines Trinkgeld. Aber nicht, wenn sie bloß ein fertiges Sandwich aus der Auslage nimmt und mir herüberreicht.
Antwort auf Neuer Trend bei Kartenzahlung von Gast (nicht überprüft)