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Trennbare / untrennbare Verben und Ausnahmen (manchmal trennbar)- Deutsche Grammatik

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am

Verben, die mit folgenden Präfixen beginnen, sind in der Regel immer trennbar:

ab-, an-, auf-, aus-, bei-, ein-, los-, mit-, nach-, her-, hin-, vor-, weg-, zu-, zurück-

 

 

Verben, die mit folgenden Präfixen beginnen, sind in der Regel immer untrennbar:

be-, emp-, ent-, er-, ge-, miss-, ver-, zer-

 

 

Verben, die mit folgenden Präfixen beginnen, sind manchmal trennbar und manchmal untrennbar:

durch-, hinter-, über-, um-, unter-

 

 

ab-
abfahren, abfliegen, abfragen, abgeben, abgewöhnen, abholen, ablesen, abmachen, abnehmen, absagen, abschalten, abschicken, abschließen, abstellen, abstimmen, abtrocknen, abwarten, abwechseln

an-
anbieten, anfangen, anfassen, angeben, angehen, angewöhnen, angreifen, angucken, anhaben, anklopfen, ankommen, anlassen, anmachen, anmalen, anmelden, annehmen, anprobieren, anrufen, anschalten, anschauen, ansehen, ansprechen, anstehen, ansteigen, anstoßen, anwachsen, anwenden, anzeigen, anziehen

auf-
aufatmen, aufbauen, aufbleiben, aufblicken, aufessen, auffordern, aufführen, aufgeben, aufgehen, aufhaben, aufhalten, aufhängen, aufheben, aufklären, auflassen, aufmachen, aufräumen, aufregen, aufschreiben, aufstehen, auftauchen, auftreten, aufwachen, aufwachsen, aufwecken, aufwischen

aus-
ausatmen, ausbilden, ausbleiben, ausdenken, ausdrucken, ausfallen, ausfragen, ausgeben, ausgehen, auskennen, auslachen, ausleben, ausleihen, ausliegen, auslosen, ausmachen, ausmalen, ausnutzen, ausräumen, ausruhen, ausschalten, ausschlafen, ausschließen, ausschneiden, aussehen, aussprechen, aussteigen, ausstellen, austauschen, austeilen, austrinken, auswählen, auswandern, auswirken, ausziehen

auseinander-
auseinanderfallen, auseinanderleben, auseinandersetzen

bei-
beibringen, beiliegen, beisetzen, beitragen, beitreten

da-
dableiben, dalassen, daliegen, dasitzen, dastehen

dar-
darbieten, darlegen, darstellen

ein-
einatmen, einbrechen, einchecken, eincremen, eingreifen, einhalten, einkaufen, einladen, einloggen, einpacken, einräumen, einschlafen, einsteigen, eintauchen, eintragen, einziehen

empor-
emporfliegen, emporklettern, emporschauen

entgegen-
entgegengehen, entgegenfahren, entgegenkommen, entgegennehmen, entgegentreten

entlang-
entlangfahren, entlangführen, entlanggehen, entlangkommen, entlanglaufen

entzwei-
entzweibrechen, entzweigehen

fehl-
fehlinterpretieren, fehlschlagen

fern-
fernbleiben, fernsehen, fernsteuern

fest-
festbinden, festdrücken, festkleben, festknoten, festlegen, festliegen, feststellen

fort-
fortbilden, fortbleiben, fortdauern, fortfahren, fortführen, fortkommen, fortlaufen, fortnehmen, fortrennen, fortschicken, fortschreiten, fortziehen

frei-
freigeben (frei geben), freihaben (frei haben), freihalten (frei halten), freilassen (frei lassen), freimachen (frei machen), freinehmen (frei nehmen), freisprechen (frei sprechen)
Achtung: Manchmal ändert sich durch Getrennt- oder Zusammenschreibung die Bedeutung.

gegen-
gegenhalten, gegenlesen, gegenrechnen, gegenzeichnen

gegenüber-
gegenüberliegen, gegenübersetzen, gegenübersitzen, gegenüberstehen, gegenüberstellen, gegenübertreten

heim-
heimbringen, heimfahren, heimfinden, heimliegen, heimgehen, heimkehren, heimkommen, heimreisen, heimschicken

her-
herbitten, herbringen, hereilen, herfahren, herfinden, herholen, herkommen, herkriegen, hernehmen, herrufen, herschauen, herstellen,

hin-
hinblicken, hinbringen, hinfahren, hinfallen, hinfliegen, hingehen, hingucken, hinhauen, hinhören, hinknien, hinkommen, hinkriegen, hinlaufen, hinnehmen, hinrennen, hinschicken, hinschmeißen, hinsehen, hinsetzen, hintragen, hinweisen, hinwerfen, hinziehen

hinterher-
hinterherfahren, hinterhergehen, hinterhergucken, hinterherlaufen, hinterherschauen,

hoch-
hochblicken, hochfahren, hochfliegen, hochgehen, hochhalten, hochheben, hochklettern, hochkommen, hochnehmen, hochschauen, hochsehen, hochspringen, hochsteigen, hochstellen, hochwerfen, hochziehen

inne-
innehaben, innehalten, innewohnen

los-
losbinden, losfahren, losfliegen, losgehen, loskommen, loslassen, loslaufen, losmachen, losrennen, losschicken, loswerden

mit-
mitarbeiten, mitbringen, mitdenken, mitessen, mitfahren, mitfühlen, mitgeben, mitgehen, mithaben, mithelfen, mitkommen, mitkriegen, mitlesen, mitmachen, mitnehmen, mitreden, mitreisen, mitschreiben, mitsingen, mitspielen

nach-
nachahmen, nachbessern, nachdenken, nachfahren, nachfeiern, nachfolgen, nachforschen, nachfragen, nachfüllen, nachgeben, nachgehen, nachgucken, nachholen, nachkommen, nachlassen, nachlaufen, nachlesen, nachmachen, nachprüfen, nachrennen, nachrufen, nachschauen, nachschlagen, nachsehen, nachsitzen, nachspielen, nachsprechen, nachsuchen

neben-
nebenordnen, nebenschalten

nieder-
niederbrennen, niederbrüllen, niedergehen, niederknien, niedermachen, niederschlagen, niederschreiben,

rück-
rückdatieren, rückfragen, rückspulen

statt-
stattfinden, stattgeben

teil-
teilhaben, teilnehmen

vor-
vorfahren, vorfinden, vorführen, vorgeben, vorgehen, vorhaben, vorherrschen, vorkommen, vorlesen, vormachen, vornehmen, vorschlagen, vorschreiben, vorsehen, vortragen, vorziehen

weg-
wegbleiben, wegblicken, wegbringen, wegdrücken, wegfahren, wegfallen, wegfliegen, weggeben, weggehen, weggucken, weglassen, weglaufen, weglegen, wegmachen, wegnehmen, wegraeumen, wegräumen, wegrennen, wegschauen, wegschicken, wegschmeißen, wegsehen, wegsetzen, wegstellen, wegtragen, wegtun, wegwerfen, wegziehen

weiter-
weiterarbeiten, weiterbringen, weiteressen, weiterfahren, weiterführen, weitergeben, weitergehen, weiterhelfen, weiterkommen, weiterleben, weitermachen, weiterreden, weitersagen, weiterschlafen, weitersehen, weiterspielen, weitersprechen, weitersuchen

wett-
wettlaufen, wettmachen, wettstreiten

zu-
zubinden, zudecken, zudrehen, zudrücken, zufassen, zugehen, zugreifen, zugucken, zuhaben, zuhalten, zuhören, zuknoten, zulassen, zumachen, zunehmen, zuordnen, zurufen, zusagen, zuschauen, zuschicken, zuschließen, zusehen, zusenden, zusperren, zustimmen, zustoßen

zurecht-
zurechtfinden, zurechtkommen, zurechtmachen, zurechtweisen

zurück-
zurückblättern, zurückbleiben, zurückblicken, zurückbringen, zurückfahren, zurückfliegen, zurückgeben, zurückgehen, zurückkehren, zurückkommen, zurücklassen, zurückmelden, zurücknehmen, zurückreisen, zurückrufen, zurückschicken, zurückschreiben, zurücksehen, zurücktragen, zurücktreten

zusammen-
zusammenarbeiten, zusammenbauen, zusammenbinden, zusammenbleiben, zusammenbrechen, zusammenbringen, zusammendrücken, zusammenfalten, zusammengehören, zusammenhaben, zusammenhängen, zusammenlaufen, zusammenleben, zusammenpassen, zusammenprallen, zusammenschlagen, zusammenschließen, zusammenschreiben, zusammensetzen, zusammensitzen, zusammenstellen, zusammenstossen, zusammenstoßen, zusammenstürzen, zusammentreffen, zusammenwirken

zwischen-
zwischenlagern, zwischenlanden, zwischenspeichern

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Fr., 05. Juli 2019 - 13:56

be-
beachten, beantworten, bearbeiten, bedanken, bedauern, bedenken, bedeuten, bedienen, bedrohen, beeilen, beenden, beerdigen, befassen, befehlen, befinden, befolgen, befördern, befürchten, begegnen, begeistern, beginnen, begleiten, begreifen, begründen, begrüßen, behalten, behandeln, behaupten, beherrschen, bejahen, bekämpfen, beklagen, bekleiden, bekommen, beladen, belegen, beliefern, belohnen, belügen, bemerken, bemühen, benachrichtigen, benehmen, beneiden, benutzen, beraten, bereden, berichten, beruhigen, beschäftigen, bescheinigen, beschließen, beschreiben, beschuldigen, beschützen, beschweren, besetzen, besiegen, besitzen, besorgen, bestätigen, bestehlen,bestellen, bestimmen, bestrafen, besuchen, betonen, betrachten, betreffen, betreten, betrinken, beunruhigen, beurteilen, bevorzugen, bewerben, bewerten, bewirken, bewölken, bewundern, bezahlen, bezeichnen, bezweifeln

emp-
empfangen, empfinden, empfehlen, empören

ent-
entbehren, entbinden, entdecken, entfallen, entfernen, entführen, entgehen, enthalten, entkommen, entlassen, entlaufen, entnehmen, entschädigen, entscheiden, entschliessen/entschließen, entschuldigen, entspannen, entsprechen, entstehen, enttäuschen, entwerfen, entwickeln,

er-
erbauen, erblicken, erfahren, erfordern, erforschen, erfragen, erfreuen, erfrieren, erfrischen, ergänzen, ergeben, erhalten, erheitern, erhellen, erhitzen, erhoffen, erhöhen, erhören, erkälten, erkennen, erklären, erlauben, erläutern, erleben, erledigen, erleichtern, erlernen, ermäßigen, ermöglichen, ermorden, ermutigen, ernähren, ernennen, erneuern, eröffnen, erpressen, erraten, erreichen, erschaffen, erscheinen, erschweren, ersetzen, ersparen, erstaunen, erstellen, ertragen, erwähnen, erzählen, erzeugen, erziehen, erzielen

ge-
gebrauchen, gefährden, gefallen, gehorchen, gelangen, gelingen, genehmigen, genießen, genügen, geschehen, gestalten, gestatten, gestehen, gewinnen, gewöhnen

hinter-
hinterfragen, hintergehen, hinterlassen, hinterlegen, hinterziehen

miss-
missachten, missbilligen, missbrauchen, missfallen, missglücken, misslingen, missraten, misstrauen

ver-
verändern, verärgern, verbergen, verbessern, verbieten, verbinden, verbrauchen, verbreiten, verbrennen, verbringen, verdächtigen, verderben, verdienen, vererben, verfahren, verfallen, verfassen, verfolgen, vergeben, vergessen, vergewissern, vergnügen, vergrößern, verhaften, verhindern, verhungern, verirren, verkaufen, verklagen, verkleiden, verkünden, verkürzen, verlangen, verlängern, verlassen, verlaufen, verlernen, verlieben, verlieben, verlieben, vermieten, vermitteln, vermuten, verneinen, veröffentlichen, verpacken, verpflegen, verschenken, verschicken, verschieben, verschlafen, verschließen, verschlimmern, verschlucken, verschreiben, verschweigen, verschwenden, verschwinden, versichern, versorgen, verspäten, versprechen, verständigen, verstecken, verstehen, versuchen, verteidigen, verteilen, vertreten, vertun, verwechseln, verwenden, verwirklichen, verwöhnen, verwunden, verzaubern, verzehren, verzeihen, verzichten, verzweifeln

zer-
zerbrechen, zerdrücken, zerkleinern, zerreißen, zerstören, zerstreuen

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Fr., 05. Juli 2019 - 13:57

Ich bin heute auf folgendes Satzkonstrukt gestoßen: "Alles was du einkaufst..." Nun meine Frage: Was ist das für eine Regel, bei der man trennbare Verben ungetrennt und konjugiert benutzt?? Ich habe nichts dazu im Internet gefunden..

Die konjugierten trennbaren Verben werden (im Wesentlichen) nur in Hauptsätzen getrennt, und auch da eigentlich nur im Präsenz-Aktiv und im Präteritum-Aktiv.

In Nebensätzen, bei denen das Verb am Ende steht, rückt der Zusatz wieder vor das Verb, und man schreibt es zusammen. Ausnahmen sind bestimmte "uneingeleitete" Nebensätze, bei denen das Verb nicht am Ende steht.

Die Regel steht zum Beispiel → hier im Wiktionary, → hier im LEO, → hier im Duden (Abschnitt D47) und → hier beim Institut für deutsche Sprache (Regelwerk § 34).

 

Beispiele mit → einkaufen:

  • Ich kaufe ein.
    Hauptsatz im Präsenz Aktiv ⇒ getrennt
  • Ihr kauftet ein.
    Hauptsatz im Präteritum Aktiv ⇒ getrennt
  • Du hast/hattest eingekauft.
    Hauptsatz im Perfekt/Plusquamperfekt Aktiv ⇒ zusammen
  • Morgen werden wir alle gemeinsam einkaufen.
    Hauptsatz im Futur I Aktiv ⇒ zusammen
  • Der Fußballspieler wird eingekauft.
    Hauptsatz im Passiv ⇒ zusammen

 

  • Ich bin in Eile, weil ich gerade einkaufe.
    Nebensatz, Verb am Ende  ⇒ zusammen
  • Während sie einkaufte, wurde sie immer unruhiger.
    Nebensatz, Verb am Ende  ⇒ zusammen
  • Kauften wir vorhin auch ein, haben wir dennoch wenig zu tragen.
    Uneingeleiteter Nebensatz, Verb am Anfang⇒ getrennt

 

 

übersetzen 

Der Taxifahrer setzt uns auf die andere Seite über.

Sie übersetzt beruflich solche Texte ins Englische.

 

untergraben

Diese Skandale untergraben Glaubwürdigkeit der Banken.

Ratten graben ganzen Tag unter. 

 

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Fr., 05. Juli 2019 - 14:14

"Der Taxifahrer setzt uns auf die andere Seite über. "

"Übersetzen" (erste Silbe betont) bedeutet, einen Fluss mit einem Boot zu überqueren. Das ist nicht der Job des Taxifahrers, sondern der Job des Fährmanns.

"Übersetzen" (dritte Silbe betont) ist, wie richtig geschrieben, der Job des Dolmetschers.

 

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am So., 07. Juli 2019 - 11:55

Antwort auf von Gast (nicht überprüft)

"Ratten graben [den] ganzen Tag unter."  ⇒  Diese Formulierung gibt es nicht!

Man kann höchstens sagen: "Ratten graben den ganzen Tag unter dem Garten." Aber in diesem Satz ist "unter" eine Präposition zu "Garten", kein Bestandteil des Prädikats. Der Infinitiv des Prädikats in diesem Satz ist "graben", nicht "untergraben".

 

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am So., 07. Juli 2019 - 12:04

Antwort auf von Gast (nicht überprüft)

Korrigierte Beipiele zu untergraben:

Diese Skandale untergraben die Glaubwürdigkeit der Banken.

Der Gärtner gräbt Hornspäne unter.  (d.h. er verteilt sie im Boden, bis zu einer gewissen Tiefe)

 

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Mo., 08. Juli 2019 - 20:28

Antwort auf von Gast (nicht überprüft)

Statt eine lange Liste auswendig zu lernen, kann man vielleicht durch Logik sie zu unterscheiden. Wann kann man davon ausgehen, dass das Verb trennbar ist?
 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Fr., 05. Juli 2019 - 16:41

Morphologische Regeln

Diese stehen bereits ganz oben in dieser Diskussion. Bestimmte Präfixe sind immer trennbar, andere Präfixe sind nie trennbar. Es bleiben die "problematischen Präfixe" durch-, hinter-, über-, um-, unter-, wieder-, wider-, bei denen beides möglich ist. Für diese kann es keine morphologische Regel geben, denn häufig können ein trennbares und ein untrennbares Verb sogar einen identischen Infinitiv haben.

Zusätzliche Regeln gelten bei zusammengesetzten Verben, deren erster Bestandteil kein Präfix, sondern ein anderer Worttyp ist. Diese sind (fast) immer trennbar. Außerdem können die Infinitive entweder getrennt oder zusammen geschrieben werden:

  • Adjektiv+Verb, Adverb+Verb: immer trennbar, Infinitiv immer zusammen (außer bei "sein" und "werden").
    z.B.: weggehen – ich gehe weg, feststellen – ich stelle fest
    aber: weg sein – ich bin weg
     
  • Verb+Verb: immer getrennt, auch im Infinitiv.
    z.B.: baden gehen – ich gehe baden
     
  • Nomen+Verb: unterschiedlich. Meistens aber getrennt (auch im Infinitiv). Vor der Rechtschreibreform teilweise anders.
    Normallfall z.B.: Rad fahren – ich fahre Rad, Staub saugen – ich sauge Staub
    Ausnahmen z.B.: teilnehmen – ich nehme teil (von der Teil), gewährleisten – ich gewährleiste (von die Gewähr)

 

Ausspracheregeln

Trennbare Präfixe sind betont, untrennbare Präfixe sind unbetont.

Wenn man die Aussprache des Infinitivs kennt, kann man daraus die Trennbarkeit ableiten. Meistens ist es aber umgedreht, weil man die Aussprache sucht.

 

Semantische Regeln

Bei den "problematischen Präfixen" (durch-, hinter-, über-, um-, unter-, wieder-, wider- ) gilt meistens folgendes:

  • konkrete Bedeutung ⇒ trennbar
  • abstrakte oder übertragene Bedeutung ⇒ untrennbar

Beispiele:

  • überziehen – ich ziehe den Mantel über (konkret)
  • überziehen – ich überziehe den Kuchen mit Zuckerguss (abstrakt)
     
  • umschreiben – ich schreibe den Text um (konkret)
  • umschreiben – ich umschreibe das Problem mit meinen eigenen Worten (abstrakt)


 

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am So., 07. Juli 2019 - 13:18

Antwort auf von Gast (nicht überprüft)

> ... manche Präfixe sind immer trennbar, andere Präfixe sind nie trennbar ...

Vorschlag:
Diese Präfixe auswendig lernen:

  • immer trennbar: ab-, an-, auf-, aus-, bei-, dar-, ein-, fehl-, her-, hin-, inne-, los-, mit-, nach-, rück-, vor-, weg-, zu-, zurecht-, zurück-, zwischen-
     
  • unterschiedlich: durch-, hinter-, über-, um-, unter-, wider-, wieder-  ("problematische Präfixe")

Die anderen Präfixe sind dann untrennbar (das stimmt fast immer).

Vorteil:
Die hier noch gar nicht erwähnten Präfixe aus fremden Sprachen, welche nie trennbar sind, sind dann automatisch mit erfasst, ohne dass man sie einzeln kennen muss. (Beispiele: ex-, kon-, re-, ...)

 

Die ganzen Präfixe ohne komplette Wörter zu lernen wird nicht wirklich funktionieren. Besser lernt man für jeden Präfix ein typisches Beispiel.

 

Immer trennbar:

ab- ich schließe ab (abschließen)
an- ich rufe an (anrufen)
auf- ich stehe auf (aufstehen)
aus- ich schalte aus (ausschalten)
bei- ich trete bei (beitreten)
da- ich bleibe da (dableiben)
dar- ich stelle dar (darstellen)
ein- ich schalte ein (einschalten)
fehl- es schlägt fehl (fehlschlagen)
her- du kommst her (herkommen)
hin- ich gehe hin (hingehen)
inne- ich halte inne (innehalten)
los- ich fahre los (losfahren)
mit- ich mache mit (mitmachen)
nach- ich denke nach (nachdenken)
rück- ich frage rück (rückfragen)
vor- ich lese vor (vorlesen)
weg- ich laufe weg (weglaufen)
zu- ich schließe zu (zuschließen)
zurecht-   ich finde mich zurecht   (zurechtfinden)

 

Nie trennbar:

be- ich bedanke mich (bedanken)
emp- ich empfange dich (empfangen)
ent- ich entbehre nichts   (entbehren)
er- ich erfrische mich (erfrischen)
ge- ich gefalle dir (gefallen)
miss-   ich misstraue dir (misstrauen)
ver- ich verachte dich (verachten)
zer- ich zerstöre etwas (zerstören)

 

Unterschiedlich:

durch- ich führe etwas durch (durchführen) ich durchleide etwas (durchleiden)
hinter- ich gehe hinter (hintergehen) ich hintergehe dich (hintergehen)
über- es kocht über (überkochen) ich übertreibe (übertreiben)
um- ich drehe mich um (umdrehen) ich umsorge dich (umsorgen)
unter-   ich komme irgendwo unter   (unterkommen)   ich unterdrücke dich   (unterdrücken)
wider- das Echo hallt wider (widerhallen) ich widerspreche dir (widersprechen)
wieder-   ich komme wieder   (wiederkommen)   ich wiederhole   (wiederholen)

 

Falls es nicht dabei ist:

Gibt es den ersten Teil des Infinitivs auch als einzelnes Wort?

Wenn ja: meistens trennbar:

  • Präposition (z.B. entgegen, gegen, neben, zwischen)
  • Adverb (z.B. auseinander, empor, entlang, fort, gegenüber, heim, nieder, weiter, zurück, zusammen)
  • Adjektiv (z.B. entzwei, fern, fest, frei)
  • Nomen (z.B. Teil, Rat, Einfluss, Ablehnung, Angriff)

Wenn nein: meistens untrennbar
(z.B. fremdsprachliche Präfixe).

 

(Ein paar Ausnahmefälle sind nicht enthalten.)

 

Das Präfix hinter- steht manchmal bei den untrennbaren Präfixen und manchmal bei "trennbar und untrennbar". Warum?

Weil die trennbaren Verben mit hinter- selten sind und nur in der Umgangssprache auftauchen. Deshalb werden sie oft ignoriert. Beispiel:

  • Ich bringe das Essen kaum hinter. (hinterbringen) [konkret→trennbar]
  • ABER: Ich hinterbringe dir die geheime Nachricht. (hinterbringen) [abstrakt→untrennbar]

 

Achso, aber "hinter" gibt es doch auch als einzelnes Wort (Präposition oder Adjektiv). Nach der anderen Regel müssten diese Verben doch immer trennbar sein, oder?

Nein, denn diese Regel soll man nur anwenden, wenn das Präfix nicht in den Aufzählungen enthalten ist.

 

 

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Fr., 12. Juli 2019 - 11:02

Antwort auf von Gast (nicht überprüft)

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