Ich traue es mir nicht zu.
"Ich traue es mir nicht zu" ist richtig. Wem traue ich es nicht zu? - Mir (Dativ). Der Infinitiv des Verbs ist 'zutrauen'.
Der Satz stimmt aber nur, wenn auch ein Objekt im Akkusativ genannt wird (hier: 'es'). Es muss also gesagt werden, was ich mir nicht zutraue. "Ich traue mir nicht zu" ist unvollständig.
Richtige Sätze sind z.B.:
- Ich traue mir diese Rechenaufgabe nicht zu.
- Ich traue mir nicht zu, den Schrank alleine zusammenzubauen.
Die Bedeutung ist jeweils: "Ich glaube, dass ich das nicht kann".
"Ich traue mich nicht" ist aber auch richtig. Die Bedeutung ist hier anders: "Ich habe Angst, etwas zu tun." Der Infinitiv des Verbs ist 'trauen'. (Es gibt auch die alternative Form 'getrauen').
Eine weitere Präzisierung ist möglich, aber nicht zwingend notwendig. Die Sache, vor der ich Angst habe, kann also auch aus dem Kontext kommen.
"Ich traue mich nicht zu" ist ein unvollständiger Satz, weil das 'zu' hier keinen Bezug hat. Denn in diesem Fall gehört es nicht zu 'trauen'.
Richtige Sätze sind z.B.:
- Ich traue mich nicht.
- Ich traue mich nicht hinein.
- Ich traue mich nicht hineinzuspringen.
- Ich traue mich nicht zu antworten.
Bemerkung: In regionalen Dialekten wird hier manchmal auch der Dativ benutzt, also "Ich traue mir nicht hineinzuspringen" usw.
"Ich traue mir nicht" als ganzer Satz hat übrigens noch eine andere Bedeutung: "Ich habe kein Vertrauen zu mir selbst". Hier kann man auch sagen: "Ich vertraue mir nicht".
Ach ja, "Ich traue mich nicht" kann übrigens auch heißen "ich heirate nicht".