Hallo,
ich habe deutsche Staatsbürgerschaft und arbeite als Angestellte bei einer Firma.
Zum ersten mal werde ich meine Steuererklärung machen. Ich weiß, dass viele Menschen es online machen. Leider machen Leute aus meiner Umgebung entweder gar keine Steuererklärung oder haben sie schon Steuerberater. Deswegen gibt es da keine große Hilfe.
Wenn ich danach google habe ich Millionen von Ergebnissen mit hunderten Seiten von Informationen.
Ich möchte schnell und einfach meine Steuererklärung machen.
Meine Fragen dazu:
- Lohnt es sich Steuererklärung zu machen?
- Wie macht man Steuererklärung selber (online)?
- Geht es schnell und einfach ohne Vorkenntnisse?
- Wo muss man sich registrieren?
- Kann man danach sofort weiter machen?
- Muss man für alles Rechnung haben? zB reicht es, wenn man Banküberweisungsbestätigung hat?
Es gibt online verschiedene Varianten. Ich benutze dieses System der Bundesfinanzverwaltung. Hier füllt man online Formulare aus, muss sie dann aber herunterladen und drucken. Das Ganze geht ohne Anmeldung, das war mir wichtig. Man kann auch die eingegebenen Daten herunterladen, zu Hause als Datei speichern und später wieder hochladen, um an dieser Stelle weiterzumachen.
Die echte Online-Steuererklärung heißt Elster und geht nur mit Account. Diese habe ich noch nicht probiert. Kommerzielle Programme für Steuererklärungen haben meist Schnittstellen zu Elster.
Ob es einfach oder kompliziert ist, hängt vom konkreten Fall ab. Wenn ich im ganzen Jahr nichts weiter verdient habe als das Gehalt vom Erstjob, gesetzlich krankenversichert bin, nicht im Ausland gearbeitet habe, keine Kinder habe, keine Kredite laufen habe und keine beruflichen Dinge selbst bezahlt habe, kann es sehr einfach sein. Andererseits ist es nützlich, beim ersten Mal eine Hilfestellung zu haben (Buch, Software, Steuerhilfeverein), um die versteckten Möglichkeiten zum Steuersparen kennen zu lernen.
Ob man Geld wiederbekommen wird und wieviel, kommt wiederum darauf an. Wenn man (bei ausschließlichem Erstjobgehalt ohne andere Einkünfte) in jedem Monat des Jahres genau gleich viel verdient hatte (und keine beruflichen Ausgaben angegeben hatte), bekommt man theoretisch nichts. Wenn man nicht das ganze Jahr gearbeitet oder von Monat zu Monat sehr unterschiedlich verdient hatte, hat man dagegen zu viel Steuern bezahlt und kann ordentlich was wiederbekommen. Es gibt aber noch viel mehr solche Zusammenhänge, vor allem auch Konstellationen in denen man draufzahlt.
Mit den Belegen ist es (anders als früher) heute viel einfacher. Ich brauche die meisten Belege nicht abzugeben, sondern nur auf Anforderung nachzuliefern. Arbeitgeber und Sozialversicherungen melden direkt ans Finanzamt, so dass ich deren Bescheinigungen nicht brauche. Als Zahlungsnachweise kann man z.B. Bankauszüge nehmen, falls sie angefordert werden. Belege vom Vermieter über haushaltsnahe Dienstleistungen legt man übrigens immer bei, und das lohnt sich häufig auch.
Das Finanzamt macht natürlich hinter den Kulissen Kontrollen und prüft ab und zu, ob die Leute wirklich die Wahrheit sagen. Z.B. ist es häufig gut informiert über Nebeneinkünfte, die man angeben muss.