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Angesichts der Hetzkampagne einzelner griechischer Politiker gegen deutsche Politiker sehe ich einem Urlaub in Griechenland nicht so gelassen entgegen, zumal ich die Absicht habe, mit einem Kind dorthin zu reisen. Ich bin schon sehr oft in Griechenland gewesen und auch auf Zypern (gerade zu der Zeit, als die Banken geschlossen waren und die Vermögen über 100.000 Euro eingefroren wurden) und bin dort stets freundlich behandelt worden. Allerdings wurde damals auch nicht so stark öffentlich gegen Deutsche gehetzt. Die normale Bevölkerung in Zypern z. B. sah ganz klar, dass die ganze Misere nicht die Schuld der Deutschen war, sondern das Verschulden der eigenen Politiker. Lediglich die Vermögenden waren auf unsere Politiker sehr schlecht zu sprechen. Auf dem Festland ist das jetzt aber anders. Die Politiker versuchen, die Unfähigkeit der politischen Kaste, tatsächliche Reformen durchzuführen, um für das gesamte Volk eine stabile Zukunftsperspektive zu schaffen, zu kaschieren, in dem Sie Politikern der EU die Schuld zuschieben. Das kommt an, wenn man es nicht anders weiss. Wichtig wäre für die jetzige Regierung eine Atempause, in der sie tatsächliche Reformen durchführen würde, damit solche Dinge wie auf Zakyntos (mit hunderten von Blinden) oder in anderen Regionen, wo Tote noch jahrelang Rente bekamen, oder wo ein berühmter Schönheits-Chirurg von nur 1000 € im Jahr Steuern zahlt, zukünftig nicht mehr möglich sind. Die griechische Regierung sollte sich Experten aus der EU kommen lassen, die dabei helfen, eine funktionierende Verwaltung und Steuerbehörde einzurichten, damit die reichen Griechen nicht ihr Geld im Ausland bunkern können und im eigenen Land aufs Steuernzahlen verzichten können. Vieles müsste getan werden, damit nicht wieder die Menschen die Zeche zahlen müssen, die ohnehin kaum etwas haben. Da ist es sehr unklug gegen EU-Politiker zu hetzen, von denen man
finanzielle Hilfe erwartet. Und es ist auch unklug gegen Länder zu hetzen, die die größte Einnahmequelle des Landes, nämlich den Tourismus ankurbeln. Wenn die Touristen aus Deutschland aus Vorsicht lieber erst einmal auf andere südliche Länder ausweichen, wo sie keine Anfeindung zu erwarten haben, geht diese Einnahmequelle auch noch verloren. Ob das im Sinne der Bevölkerung ist, wage ich allerdings zu bezweifeln. Ich warte mit meiner Entscheidung ob ich nach Griechenland fahre oder nicht noch ab, wie sich die Lage entwickelt. Andere Bekannte von mir sehen es übrigens genauso.

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