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Essgewohnheiten in Deutschland

Gespeichert von Melina Blue am Sa, 15. März 2014 - 16:25

Deutsche Hausmannskost Die deutsche Küche ist von einer großen Vielfalt geprägt. Traditionelle deutsche Gerichte oder deutsche Hausmannskost sind durchaus sättigende und große Portionen. Meist bestehen diese Gerichte aus einer kleinen Gemüsebeilage, einer mittleren bis großen Fleischbeilage und einer Beilage von Kartoffeln. Man sollte sich gut überlegen, ob man in der Mittagspause tatsächlich traditionell deutsche Hausmannskost als Mittagsmahl wählen möchte, sind die Portionen doch sehr mächtig und nehmen meist mehrere Stunden zur Verdauung in Anspruch, so dass eine nachherige Konzentration auf die weiter zu verrichtende Arbeit durchaus schwieriger werden könnte. Kartoffeln Ein Spruch aus dem Volksmund besagt: „Der dümmste Bauer hat immer die dicksten Kartoffeln.“ Sprich ohne viel nachzudenken, hat der nicht besonders intelligente Bauer trotzdem einen hohen Ernteertrag an Kartoffeln. Ja Kartoffeln sind des Deutschen Lieblingsspeisebeilage. Es gibt sie allen möglichen Variationen: Salzkartoffeln, Pellkartoffeln, Ofenkartoffeln, Kartoffelpuffer, Kartoffelauflauf, Bratkartoffeln, Pommes frites, Kartoffelecken, Kroketten, Kartoffelsuppe, Kartoffelsalat etc. Meist werden sie mit Butter oder einem pflanzlichen Öl in Pfanne, Backofen oder Friteuse erhitzt. Hinzu kommt meist eine Soße, Gewürze wie Salz, Pfeffer oder verschiedene Kräuter, Zwiebeln oder Knoblauch. Kartoffeln kann man lange lagern, deshalb führte es früher dazu, dass im Winter oft nur Kartoffeln als Kohlehydratelieferant dienten, so dass die Kartoffel Hauptbestandteil des Ernährungsplans war. Man kann sich nur vorstellen, dass die heutige traditionelle Lieblingsspeise den Menschen somit sprichwörtlich aus den Ohren raus kam. Eine durchaus interessante These besagt, dass der Kartoffelanbau weniger Zeit in Anspruch nimmt als Reis, so dass aufgrund dieser Begebenheit Asiaten selbst heutzutage fleißiger sind oder vielmehr mehr arbeiten können ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen davonzutragen. Fleisch oder Currywurst? Das ist hier die Frage Ohne täglich oder zumindest wöchentlich verzehrtes Fleisch kann der Durchschnittsdeutsche in keinem Falle überleben. Häufige gewählte Lieblingsessen in deutschen Kantinen sind Currywurst oder Wiener Schnitzel mit Pommes. In Kühlschränken sind hierzulande oftmals Frühstücksaufschnitt oder -aufstrich wie Leberwurst, Fleischwurst, Blutwurst, Salami, Geflügelwurst, roher Schinken, gekochter Schicken etc. aufzufinden. Wenn der Kühlschrank einmal an einem Sonntagabend leer gefuttert sein sollte, lohnt es sich allemal einen lokalen Imbissstand aufzusuchen, um sich einen Döner oder eine Currywurst zu gönnen. Oft beobachtet man auch Zeitgenossen, die um die Mittagszeit in ihrer Pause zum Metzger gehen. Hier werden oftmals außer Aufschnitt auch Mittagessen in mittlerer Preisklasse angeboten. Man wird dort meist mit den Grußwort „Mahlzeit“ begrüßt, welchen man partout erwidern sollte, sonst outet man sich direkt als Neuling. Der Gruß Mahlzeit wird meist im beruflichen Kontext vor oder nach der Mittagspause benutzt. Vegetarier und Veganer erobern langsam ein Land Etwa 10% der deutschen Bevölkerung sind Vegetarier und aufgrund von Lebensmittelskandalen wie BSE, Pferdefleisch in Tiefkühllasagnen oder Gammelfleisch an Dönerspießen scheinen es nach und nach mehr zu werden. Der Verzehr von Fleisch ist in keinem Falle verwerflich, vielmehr ist unsere Nahrungsindustrie an den Pranger zu stellen. Geflügelfleisch vom Discounter, welches zu billigen Schleuderpreisen angeboten wird, kann nicht unbedingt das weibliche Wohl des Konsumenten im Sinn haben. Eine vegetarische Lebensweise könnte in Zukunft durchaus auch in moralischer Hinsicht eine weitaus tragende Zukunftsrolle haben. Denn wenn weiter wie heutzutage in einigen Nationen Afrikas Rinder für den europäischen Fleischkonsum für Fastfoodketten geschlachtet werden, dann kann dies nicht in keiner Weise länger sowohl in moralischer als auch klimatechnischer Hinsicht geduldet werden. Somit ist die vegetarische und die etwas jüngere vegane Bewegung durchaus nicht nur eine Mode- oder Trenderscheinung. Hierzulande ist es mittlerweile gängige Praxis, dass an einem Esstisch oftmals ein Vegetarier oder eine Veganerin sitzt. Darüber hinaus sind in deutschen Städten immer mehr Restaurants der vegetarischen und veganen Küche anzutreffen.

Weihnachtsessen Hierbei soll zunächst erwähnt werden, dass es sogar mittlerweile Fleischersatz aus Tofu für die alljährliche Ente gibt. Doch über den Geschmack dieser vegetarischen Fleischersatzbeilagen lässt sich streiten. Hierzulande werden gerne Geflügelgerichte als Hauptbestandteil zum höchsten Fest des Jahres serviert. Puter, Ente, Hühnchen, Gans und Co. werden im Backofen meist für mehrere Stunden positioniert. Vorher werden sie meist mit Gemüse, Früchten oder Rosinen gefüllt. Die Haut des jeweiligen Geflügels sollte schön knusprig sein. Doch bei Gerichten, die nur einmal im Jahr zubereitet werden, kann dem Hobbykoch so manches misslingen. Einzig und allein sei der Fakt gegeben, dass das Essen nur dann unter Garantie gut schmecken kann, wenn eine gewisse Routine bei der Zubereitung vorherrschend ist. So kann es in manchen deutschen Haushalten zu dem weihnachtlichen Szenario der Gummiente kommen. Eine Ente, die in keiner Weise knusprig ist, sondern vielmehr beim Verzehr an Fleischkaugummi erinnert. Je nach Anzahl der Familienmitglieder und eingeladenen Gästen variiert die Mengen des Weihnachtsessens. Meist wird so pompös aufgefahren, dass man von dem Gefühl beschlichen wird, drei Tage ohne Unterlass zu essen. Da wundert es niemanden, dass die Anzahl der Neumitglieder bei Fitnessstudios Anfang Januar alljährlich enorm in die Höhe schießt. Schlicht und einfach sind viele überfressen. Essen im Überfluss kann einem die Freude am Essen manchmal verderben. Doch die Situation scheint ausweglos. Denn niemand möchte tatsächlich etwas ändern. Eine qualitativ hochwertige Gans, die nicht gestopft ist, wird in manchen Familien schon im Juli für Weihnachten vorbestellt. So wird das große weihnachtliche Festessen in Familien schon Monate im Vorhinein minutiös geplant und es folgen Gespräche darüber, was es dieses Jahr zu Essen geben wird und wer es zubereitet. Alles sollte perfekt schmecken. Weihnachten möchte man es allen Recht machen. Auf den Tisch kommt dann alles, was der jeweiligen Familie schmeckt. Das Essen an Heiligabend fällt in manchen Familien nicht so groß aus und beschränkt sich auf Kartoffelpüree mit Würstchen, weil Heiligabend ein halber Werktag ist, der Baum geschmückt werden muss, letzte Einkäufe erledigt werden müssen, Geschenke verpackt werden müssen und natürlich noch ein wenig Zeit bleiben muss um mit der Familie über unnötige Dinge des Lebens zu diskutieren oder sich sogar zu streiten. Größere Weihnachtsmenüs bestehen mindestens aus drei Gängen. Vorspeisen sind Salate oder Suppen. Als Hauptspeise dienen Fleischgerichte mit Nudel, Kartoffeln oder Reis. Auch bei der Nachspeise kann man sich frei entscheiden zwischen der Zubereitung von Kuchen, Keksen, Lebkuchen, Schokolade, Pudding, Speiseeis, Crème brûlée oder Tiramisu. Regionale Unterschiede Die deutsche Küche hat starke regionale Unterschiede aufzuweisen. So gibt es in München die Weißwurst, in Berlin die Currywurst und in Köln die Flönz (geräucherte Blutwurst nach rheinischer Art). Nicht nur bei den verschiedenen Wurstarten unterscheiden sich die einzelnen deutschen Regionen untereinander in starkem Maße. Jede Stadt scheint beispielsweise ihr eigenes Bier zu brauen und eine bekannte Speise zu besitzen. Im Süden scheinen die Portionen in Restaurants immer größer und deftiger zu sein als in anderen Regionen. Der Westen ist geprägt von der belgischen und niederländlichen Küche. In den Hafenstädte des Nordens gibt es natürlich den besten Fisch. Im Osten sind hingegen Eisbein, Königsberger Klopse und Buletten beliebt. Deutsche sind die Dicksten in Europa Jüngste Studien zufolge sind die Deutschen im Durchschnitt sogar noch dicker als die Engländer. Dies kann viele Gründe haben Stress im Job, Bewegungs- und Schlafmangel, kaloriehaltiges Essen ohne die tägliche Zufuhr von wichtigen Nährstoffen, häufiger Verzehr von Fertigprodukten etc. Der Buchhandel überbietet sich mit Diätratgebern und neuen Publikationen von Trenddiäten. TV-Formate beschäftigen sich abendfüllend mit klugen Menschen, die anderen Menschen erzählen wollen, wie man sich in ihren Augen richtig sprich gesund ernährt. Andere TV-Formate gehen einen Schritt weiter und verfolgen Teilnehmer der Sendung beim mehr oder weniger erfolgreichen Abnehmen. Körperlich fit zu sein scheint in einer Zeit, die immer schnelllebiger wird und in der teilweise Essen nur noch mit schnellem Schlingen gleichgesetzt wird, bedeutend zu sein. Doch dieser Körperkult in einer Kultur der Oberflächlichkeit, die mit der ernormen medialen Verbreitung einhergeht, erhält einen parodoxen Charakter aufgrund des hohen Anteil von fettleibigen Menschen in Deutschland. Restaurants und Imbisse Wenn es was zu feiern gibt, man über genügend Geld verfügt, nicht kochen kann, aber trotzdem warm essen möchte, dann bleibt nur noch der Gang zum Restaurant oder zum Imbiss. Hier gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Angeboten und Preisstufen. So gibt es Italiener der gehobenen Klasse, wo der Gast bei Kerzenschein dinieren und Wein schlürfen kann oder den günstigen Italiener um die Ecke, wo die vorherrschenden Gerichte aus Pizza oder Pasta bestehen. Ähnlich verhält es sich bei Lokalen der indischen, persischen, türkischen, mexikanischen, peruanischen, chinesischen, thailändischen oder auch vietnamesischen Küche. Die Spanne zwischen Imbiss und gehobenem Restaurant ist in Deutschland hoch. Zu erwähnen sei, dass es oftmals um einiges günstiger ist selber zuhause zu kochen, womit das Essen außerhalb der vier Wände für viele Deutsche eher die Ausnahme als die Regel ist. Döner macht uns schöner Eine durchaus köstliche Errungenschaft, die unseren türkischen Freunde für uns in Imbissen zubereiten, ist der Döner. Mittlerweile ist dieser bei vielen Mitbürgern aus dem Speisplan nicht mehr wegzudenken. Hähnchen- oder Lammdöner mit scharfer Soße oder Tzaziki mit Kraut- und Gartensalat, Tomaten, Gurken und Zwiebel ist die deutsche Variante des Döners. Bei einem Gespräch mit einem Dönerverkäufer kann man viel lernen. So gibt es einen Dönerverkäufer in Berlin, der sich fast ausschließlich von Döner ernährt, weil er nur zum schlafen nach Hause geht, damit der Imbiss weiterläuft. Zum Ende des Gespräches fragte ich: „Also Döner macht Dich schöner?“ Er: „Nein, ich bin nicht schön.“ Ich: „Wem gibst Du das Recht zu sagen, dass Du nicht schön bist?“ Interessant wie sich aus einem kurzen Dialog eine Freundschaft entwickeln kann und alles nur wegen einem leckeren Döner oder war es doch Falafel? Zuhause schmeckt es am besten Wie bereits erwähnt ist es oftmals um einiges preiswerter die einzelnen Mahlzeiten selber in den eigenen vier Wänden zuzubereiten. In keinem anderen europäischen Land kann man im Supermarkt so günstig einkaufen wie in Deutschland. Ein lustiger Spruch besagt, dass der Franzose mit einem rostigen Fahrrad zum Feinkostladen fährt und ein Deutscher mit dem Mercedes zum Discounter fährt. Natürlich ist diese Metapher überzogen, aber doch steckt ein Fünkchen Wahrheit darin. Die Kosten für die monatlichen Lebensmittel einer deutschen Familie sind meist viel geringer als die unser europäischen Nachbarfamilien. In Deutschland hat Essen zwar einen hohen Stellenwert ist aber nur Bestandteil der Kultur. Nicht wie beispielsweise in anderen Ländern das Hauptgesprächsthema. Somit kann beim Essen auch gespart werden und zuhause gekocht werden. Die heutigen Arbeitsbedingungen bringen es mit sich, dass immer weniger Zeit in die Zubereitung einer Mahlzeit investiert werden kann, somit gehören auch Fertigprodukte und Tiefkühlprodukte zum gängigen Speiseplan in deutschen Haushalten. Milchprodukte in Hülle und Fülle Milchprodukte wie Käse, Butter, Sahne, Joghurt, Pudding, Quark, Vollmilch, haltbare Milch sind aus Kühltheken deutscher Supermärkte nicht wegzudenken. Milch enthält viel Calcium und wird von den meisten Europäern gut vertragen. Personen, die keine Milchprodukte essen und sich sicher sind, dass es nicht unbedingt gesund sein kann die Muttermilch von kleinen Kälbern zu trinken, sind in Deutschland wenig anzutreffen. Fast jedes traditionell deutsche Gericht enthält zumindest ein Milchprodukt. Käsebrot und Milchkaffee zum Frühstück, Gemüselasagne sowie Quarkstrudel zu Mittag und Nudeln in Sahnesoße zum Abendessen können hier als Beispiele für Milchprodukte als Bestandteile der Tagesmahlzeiten aufgeführt werden. Deutsches Brot Brot und Backwaren aus Bäckereien, die es fast an jeder Straßenecke gibt, sind aus Deutschland nicht mehr wegzudenken. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele Brotsorten wie hierzulande. Wenn Deutsche lange im Ausland sind, dann vermissen sie vor allem eins: ihr Brot. Weißes Toastbrot ist hierzulande anders als in den Vereinigten Staaten nicht das meistgekaufte Brot. Schwarzbrot, Roggenbrot, Dinkelbrot, Kommissbrot, Körnerbrot, Weizenbrot, Hirsebrot, Bauernbrot, Vollkornbrot werden häufig verzehrt und ja es gibt tatsächlich sogar ein Bierbrot. Die Liste der käuflich zu erwerbenden Brotsorten ist lang. Von klein auf essen Deutsche zum Frühstück, unterwegs oder abends Brot. Unweit entstand so das Wort Abendbrot als Synonym für Abendessen. Viele Deutsche, die länger im Ausland waren, vermissen ihr Lieblingsbrot sehr und freuen sich bei einem Heimatbesuch neben dem Wiedersehen von Familie und Freunden auch vor allem auf den Verzehr des vermissten Brotes. Für manche Chinesen hingegen wird es nach ein paar Tagen zur Qual immerzu Brot essen zu müssen. Eine chinesische Kollegin bemerkte einmal: „Wenn wir Chinesen einen Tag keinen Reis essen, dann sind wir nicht glücklich.“ Dies mag natürlich nicht als Pauschalurteil für alle Chinesen gelten, ähnlich wie nicht alle Deutschen täglich und gerne Brot essen. Doch nichtsdestotrotz nimmt Brot sowie auch Backwaren, Brötchen und Kuchen einen hohen Stellenwert in der deutschen Küche ein. Die deutsche Küche hat sich ungefähr seitdem 1970er enorm in eine internationale Richtung mit steigender Tendenz entwickelt, nicht zuletzt aufgrund dessen, weil Deutschland ein Integrationsland war, ist und sein wird.

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