Anzahl von Gewalttätern.
Ich habe aus der PKS 2017 ein paar Zahlen zusammengesucht und ausgerechnet. Allerdings nur speziell für Gewalttaten. Das finde ich aussagekräftiger als die Gesamtkriminalität, denn dort werden Kleindelikte und Schwerverbrechen einfach addiert. Es ist die Täterstatistik der Polizei, d.h. die Anzahl der Leute, welche die Polizei als Tatverdächtige ermittelt hat.
Wichtig sind auch die Begriffsbestimmungen und Kommentare, siehe unten!
Aus Platzgründen werde ich öfters "Täter" schreiben, auch wenn es korrekt "Tatverdächtige" sind.
Tatverdächtige bei Gewalttaten in Deutschland, polizeilich ermittelt in 2017.
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Bevölkerung |
Gewalttäter |
Quote
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|---|---|---|---|
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SUMME
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83.789.440 100,0%
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178.363 100,0%
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0,21%
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Deutsche mit DE-Wohnsitz
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73.165.500 87,3%
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106.848 59,9%
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0,15%
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Ausländer mit DE-Wohnsitz
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10.623.940 12,7%
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60.471 33,9%
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0,57%
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... darin: Nicht-Flüchtlinge
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8.924.110 10,7%
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33.551 bis 40.949 18,8% bis 23,0%
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0,38% bis 0,46%
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...darin: Flüchtlinge
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1.699.830 2,0%
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19.522 bis 26.920 10,9% bis 15,1%
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1,15% bis 1,58%
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Deutsche ohne DE-Wohnsitz
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0 0,0%
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3.646 2,0%
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?
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Ausländer ohne DE-Wohnsitz
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0 0,0%
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7.398 4,2%
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?
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Begriffsbestimmungen:
- Gewalttaten (Gewaltkriminalität nach PKS-Schlüsselnummer 892000 von 2017):
Tötungsdelikte, schwere Sexualdelikte, Raub, räuberische Erpressung, tödliche/schwere/gefährliche Körperverletzung, Menschenraub, Geiselnahme, Angriffe auf Flug-/Seeverkehr. Es zählen auch strafbare Versuche. - Deutsche:
Deutsche Staatsbürgerschaft (ohne und mit Migrationshintergrund). - Ausländer:
Keine deutsche Staatsbürgerschaft. - Flüchtlinge (Amtsdeutsch: "Zuwanderer", nach BKA-Definition von 2017/2018):
Asylbewerber, Anerkannte (Flüchtling/Schutz), Abgelehnte (mit/ohne Duldung), Kontingentflüchtlinge, Unerlaubte. - Nicht-Flüchtlinge:
Sonstiger erlaubter Aufenthalt, u.a. EU-Bürger, alle Arten Visum, Niederlassung, Visabefreiung. - mit DE-Wohnsitz:
mit Wohnsitz in Deutschland (in der Zahl "Bevölkerung" enthalten). - ohne DE-Wohnsitz:
ohne Wohnsitz in Deutschland (in der Zahl "Bevölkerung" nicht enthalten). Also Wohnsitz im Ausland oder unklar. - polizeilich ermittelt in 2017:
Ermittlung abgeschlossen in 2017. Die Tat kann früher gewesen sein (Schätzung: etwa 1/4 schon in 2016). Es fehlen die Taten, die nicht bei der Polizei angezeigt wurden, oder bei denen die Polizei keinen Täter ermittelt hat. - Täter/Tatverdächtiger:
Mensch, der (mutmaßlich) an einer Tat beteiligt war. Mehrfachtäter zählen nur einmal. Bei Taten mit mehreren Tätern zählt jeder Täter für sich.
Datenquellen
- Täterzahlen gesamt und nach Gruppen: PKS 2017 (Summenzahlen von 1.1.2017 bis 31.12.2017)
- Bevölkerungszahlen: berechnet aus Daten des Statistischen Bundesamtes von unterschiedlichen Stichtagen: Bevölkerungsstatistik vom 30.9.2017, Ausländerstatistik vom 31.12.2017. Flüchtlingsanteil vom 31.12.2016. Alles hochgerechnet auf den Stichtag 31.12.2017.
Fehlerbetrachtung
Grundsätzlich enthalten alle Zahlen Unsicherheiten. Die möglichen Ursachen sind hier klassifiziert. Die genaue Größe der Unsicherheiten lässt sich nicht angeben.
- Unsicherheiten mit vermutlich nur geringer Auswirkung auf das Ergebnis:
Unterschiedliche Stichtage der Daten, unklare Zuordnung einzelner kleiner Gruppen (z.B. Stationierungssoldaten), mehrfache Identitäten, geteilte Identitäten, wechselnder Aufenthaltsstatus, unterschiedlich erfasster Wohnsitzstatus, wechselnder Wohnsitzstatus, Anzeige direkt bei der Staatsanwaltschaft, Ermittlungsverfahren beim Staatsschutz. - Unsicherheiten mit Intervallangabe:
Beim Herausrechnen der Ausländer ohne DE-Wohnsitz aus den gesamten ausländischen Tätern war deren Flüchtlingsanteil nicht klärbar. Das erzeugt eine deutliche Unsicherheit in der Aufteilung zwischen Flüchtlingen und Nicht-Flüchtlingen. Die mögliche Variation ist mit "von-bis"-Intervallen dargestellt. - Unsicherheiten mit möglicherweise großen Auswirkungen auf das Ergebnis:
Tat nicht angezeigt ("Dunkelziffer"), Verdächtige nicht ermittelt, falsche Verdächtige ermittelt. Diese Anteile sind wahrscheinlich groß. Falls sie in allen Bevölkerungsgruppen gleich sind, ändert das nichts am prozentualen Ergebnis. Bei systematischen Unterschieden der Dunkelziffern, Aufklärungsquoten usw. zwischen den Bevölkerungsgruppen kann das Ergebnis aber verfälscht sein. - Unterschiedliche Zusammensetzung der Gruppen:
Altersstruktur, Geschlechteranteil, Sozialstruktur. Zum Beispiel haben junge Männer in allen Kulturen besonders hohe Kriminalitätsraten. Ihr Anteil in den Bevölkerungsgruppen ist sehr unterschiedlich. Die Täterzahlen werden dadurch zwar nicht verfälscht, wohl aber die Rückschlüsse vom Berechnungsergebnis auf die ganze Gruppe.