Ich arbeite Vollzeit und ganze Zeit nur im Homeoffice. Jährlich zahle ich ca. 2500€ für Strom.
Wie viel Geld kann ich wegen Stromkosten oder anderen Kosten vom Finanzamt zurück bekommen?
Ist eine Steuererklärung unbedingt erforderlich?Stromkosten im Homeoffice: Pauschale 2026 & wie du Kosten sparst
Homeoffice-Pauschale
Falls das Arbeitszimmer vom Finanzamt nicht anerkannt wird, kann man zumindest die Homeoffice-Pauschale von 6 Euro pro Homeoffice-Tag absetzen. Diese ist aber unabhängig von den wirklichen Kosten, und hat weitere Einschränkungen:
- jährliches Maximum 1.260,- Euro
- Anrechnung auf die Werbungskostenpauschale (1.230,- Euro)
Die Werbungskostenpauschale kriegt man sowieso. Wenn ich außer dem Homeoffice nicht noch was Anderes habe, ist der Effekt also minimal.
Dieses Andere (die "Werbungskosten") sind in diesem Fall vielleicht "Arbeitsmittel", also alles was ich zum Arbeiten brauche und selber gekauft habe (z.B. Schreibzeug, Bürostuhl, Fachliteratur). Den Computer habe ich wahrscheinlich vom Arbeitgeber gekriegt, ansonsten zählt er auch dazu.
Andere Werbungskosten sind z.B. Kosten für berufliche Weiterbildung, Steuerberatung, Kontoführung, Gewerkschaftsbeiträge, Fahrtkosten (Präsenztage, dienstliche Besorgungen), und einiges mehr. Das gilt immer und nicht speziell für Homeoffice. Aber wie gesagt, ich kriege sowieso eine Pauschale von 1.230,- Euro pro Jahr. Erst wenn ich deutlich mehr zusammenbekomme, entsteht ein sichtbarer Effekt.
Stromverbrauch als "Werbungskosten"?
Das könnte man versuchen, aber ich weiß nicht ob es klappen wird. Dazu müsste man erstmal begründen dass der Stromverbrauch besonders hoch ist (z.B. weil mir der Arbeitgeber einen stromfressenden Desktopcomputer mit großem Monitor gegeben hat, der in der Arbeitszeit ständig laufen muss). Dann müsste man auch einen Messwert oder zumindest eine Abschätzung für diesen Verbrauch haben, z.B. mittels Stromkostenmessgerät. Abgelehnt werden kann es trotzdem.
"von der Steuer absetzen"
Was heißt eigentlich "von der Steuer absetzen"? Nein, es heißt nicht, dass ich dieses Geld komplett wiederbekomme. Es heißt nur, dass ich für diesen Teil meines Lohnes keine Steuern bezahle.
Der finanzielle Vorteil, den ich zum Schluss haben werde, ist also nur ein bestimmter Prozentsatz des Betrages, den ich "von der Steuer absetze". Die Höhe dieses Prozentsatzes hat mit meinem Steuersatz zu tun, und dieser hängt progressiv vom Einkommen ab. Wer mehr verdient, bekommt deshalb einen größeren Anteil seiner Kosten zurück. Klingt komisch, ist aber so.
Und natürlich funktioniert das alles nur mit einer Steuererklärung. Ohne Steuererklärung kriege ich automatisch die Werbungskostenpauschale von 1.230.- Euro angerechnet, das Übrige nicht.
Allerdings lohnt sich eine Steuererklärung für "normale" Arbeitnehmer meistens sowieso, denn man kriegt übers Jahr üblicherweise zuviel Steuern vom Lohn abgezogen und kann sie damit zurückkriegen.
Vielleicht kannst du ein "Häusliches Arbeitszimmer" von der Steuer absetzen. Das ist viel besser als die Homeoffice-Pauschale. Die Bedingungen sind aber streng:
Falls das funktioniert, kann man die wirklichen Kosten von der Steuer absetzen, also anteilige Miete, Heizung, Strom, Möbel, Renovieren usw. Langlebige teure Dinge müssen auf mehrere Jahre verteilt ("abgeschrieben") werden. Was der Arbeitgeber bezahlt hat darf man natürlich nicht einbeziehen, sondern nur Dinge die man selbst bezahlt.