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Wann sagt man "in", "ins" und "nach", zb für gehen oder fahren (Land, Stadt, Kino)?

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Di., 07. April 2015 - 21:20

Meistens verwechsle ich die Präpositionen wie in, ins, nach, zu ...

Ich gehe nach Hause.

Ich gehe zur Arbeit.

Wir gehen ins Kino.

Wir gehen zu Restaurant.

Ich fliege nach Japan.

Ich gehe in die Rente.

Wie kann ich es unterscheiden, welches Präposition man verwenden soll?

bei Ländern/Städten sagt man: reisen/gehen/fahren/fliegen NACH England, NACH Deutschland, NACH Australien, NACH Wien, NACH Berlin
(es sei denn es ist ein Land, welches immer einen Artikel hat: ich reise IN DIE Schweiz, IN DIE Vereinigten Staaten von Amerika, IN die Türkei)

bei Personen/Berufen/Geschäften wird ZU verwendet - > ich gehe zu Peter, ich gehe zu meiner Mutter, ich gehe zum Arzt, ich gehe zum Friseur, ich gehe zum Supermarkt, zum Markt, zu Karstadt

Gebäude: IN oder ZU-> Ich gehe IN die / ZUR Schule, INS / ZUM Restaurant, IN DIE / ZUR Kirche, IN DIE/ ZUR Universität, INS Haus / ZUM (Achtung: ich gehe NACH HAUSE= I go home),

Bei Gewässern kann man ZU oder AN benutzen: Ich fahre ans Meer/ ich fahre zum Meer, ich fahre an den See/ ich fahre zum See

Hilft das ein bisschen?

Sehr gute Erklärung! Für mich war es auch ein Rätsel. Jetzt ist es klarer geworden. Ich hatte mich immer gezwungen nur ein Präposition zu nehmen. Die Erklärung hat mich sehr erleichtert, weil man mehrere nehmen kann.

Aber was ich nicht verstehe, warum haben manche Länder ein Artikel manche nicht.

Abayomi schrieb:
> ... warum haben manche Länder ein Artikel manche nicht.

Das ist wahrscheinlich historisch entstanden. Artikel gibt es (fast) nicht bei den landessprachlichen und internationalen Namen von Ländern, Provinzen, Landschaften usw., sondern (nur manchmal) bei den deutschen Namen. Solche Namen entstanden zu verschiedenen Zeiten und auf unterschiedliche Weise, daher die Unterschiede.

Zwei Regeln kann ich sagen. Für viele anderen Fälle kenne ich aber keine klaren Regeln.

  • - Länder auf "-ei" haben immer den Artikel "die". Beispiele: die Slowakei, die Türkei, die Mongolei.
  • - Ländernamen aus mehreren Wörtern (ohne Bindestrich) haben meistens einen Artikel. Beispiele: die Russische Föderation, die Bundesrepublik Deutschland, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten von Amerika. (Aber: Sachsen-Anhalt ist ohne Artikel).

Es gibt übrigens einen Trick, mit dem man sich behelfen kann, wenn man es nicht weiß und keinen Fehler machen will: Wenn vor dem Namen ein Attribut steht, gehört immer ein Artikel dazu. Beispiele:

  • - das winterliche Thüringen
  • - das ferne Südafrika
  • - das unbekannte Usbekistan
  • - das hektische New York
  • - das schöne Lummerland

Zugegeben, das ist natürlich nur eine Notlösung.

 

Aus sagt man, wenn man vorher darin war. Man kommt also aus der Arztpraxis, weil man vorher in der Arztpraxis war. Man kommt auch aus Spanien, aber von Teneriffa (weil man in einem Land war, aber nicht in einer Insel). Und man kommt (hoffentlich) nicht aus dem Arzt ...

Das ist die normale Variante. Die andere Variante ist vielleicht eine regionale Besonderheit.

Allerdings kann man sagen:

  • Ich gehe ins Turnen.
  • Ich gehe in die Turnstunde.
  • Ich gehe ins Konzert. usw.

Hier drückt "gehen" eher die Teilnahme aus, weniger die Bewegung dorthin.

 

"Ich fahre in die Stadt." Das ist die beste Formulierung. "Ich fahre zur Stadt" würde offen lassen, ob ich die Stadt tatsächlich betreten oder nur in die Nähe kommen will.
(Das ist natürlich nicht ganz logisch, denn "Ich fahre zur Arbeit" und "Ich gehe zur Schule" ist richtig.)

"Ich fahre nach der Stadt", "Ich komme nach dem Bahnhof" usw. hat man früher häufig gesagt. Heute ist diese Formulierung veraltet. Da sie aber einen gewissen Charme hat, wird sie manchmal noch in künstlerischen Texten als Stilmittel verwendet.

ABER:

"Ich fahre in das München" ist falsch. Hier sagt man "Ich fahre nach München". Ebenso heißt es "nach Hause" oder "nach Amerika", allerdings "in die Vereinigten Staaten". Allgemein funktioniert die Formulierung mit "nach" nur dann (im modernen Sprachgebrauch), wenn die Ortsangabe keinen Artikel benötigt.

Ha, eine kleine Ausnahme fällt mir gerade ein: "Ich fahre in das München" (mit Betonung auf "das") könnte man sagen, wenn man gerade darüber gesprochen hätte, dass es in Thüringen ein winziges Dörfchen mit dem Namen "München" gibt, und nun betonen möchte, dass dieses München gemeint ist.

Noch ein paar Beispiele:

  • Ich bin nach Essen gekommen.
    → Ich bin in die Stadt Essen gereist, jetzt bin ich da.
  • Ich bin zum Essen gekommen.
    → Ich habe mich (zur passenden Zeit) an einen Ort begeben, an dem es eine Mahlzeit gab.
  • Ich bin nach dem Essen gekommen.
    → Als ich ankam, war die Mahlzeit schon vorbei.
  • Ich bin in das Essen gekommen.
    → Ich bin eine Fliege und strample gerade in der Suppe herum.  ;-)

 

  • Ich war in Essen gewesen.
    Ich hatte mich in der Stadt Essen aufgehalten, aber jetzt bin ich nicht mehr dort.
  • Ich war bei Essen gewesen.
    Ich hatte mich in der Nähe der Stadt Essen aufgehalten, aber jetzt bin ich nicht mehr dort.
  • Ich war beim Essen gewesen.
    Ich war gerade dabei, etwas zu essen.
    oder:
    Ich war an einem bestimmten Ort (oder bei einer bestimmten Veranstaltung), um etwas zu essen.
  • Ich war im Essen gewesen.
    Ich bin die schon erwähnte Fliege und bin jetzt wieder aus der Suppe herausgekrochen.

 

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