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Was ist Unterschied zwischen Kommunismus, Kapitalismus, Sozialismus und Nationalsozialismus?

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Sa, 04. Februar 2017 - 14:28

Alle diese Begriffe höre ich so oft. Ich habe schon bisschen Ahnung aber bin nicht sicher. Was ist Unterschied zwischen Kommunismus, Kapitalismus, Sozialismus und Nationalsozialismus? Und noch dazu Liberalismus, Demokratie, Republik. Und stimmt dass Marktwirtschaft ein deutsches Wort für Kapitalismus ist?

Kapitalismus ist eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, in der die Produktionsmittel (Fabriken usw.) Privateigentum sind. Die Wirtschaft reguliert sich über den Markt, deshalb spricht man auch von Marktwirtschaft. Im heutigen Deutschland herrscht z.B. eine kapitalistische Ordnung.

Sozialismus ist einerseits eine politische Ideoligie, die es seit langer Zeit in vielen Varianten gibt. Andererseits ist es eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die z.B. in der DDR und der UdSSR bestand. Merkmale sind gemeinschaftliches Eigentum ("Volkseigentum") an den Produktionsmitteln und zentrale Planung der Wirtschaft.

Kommunismus ist im Allgemeinen ein Sammelbegriff für politische Ideologien, in denen es vor allem um soziale Gleichheit geht. Im Besonderen ist es ein Begriff für ein ökonomisches und politisches Konzept, welches eine klassenlose Gesellschaft ohne Herrschaftsstrukturen zum Ziel hat. Derartige Ziele wurden z.B. in den ehemaligen sozialistischen Ländern propagiert. Sie sollten angeblich durch Weiterentwicklung der sozialistischen Gesellschaftsform erreicht werden.

Nationalsozialismus ist eine Ideologie, in der Rassismus, Antisemitismus, Antikommunismus und Ablehnung der Demokratie vorherrschen. Damit steht sie im starken Widerspruch zu sozialistischen Ideologien, auch wenn sie so ähnlich heißt. Im Speziellen meint man mit Nationalsozialismus die Ideologie von Hitler und seinen Anhängern, die in Deutschland von 1933 bis 1945 die staatliche Ordnung bestimmte.

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am/um So, 23. April 2017 - 20:55

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Liberalismus ist eine von drei Grundrichtungen der politischen Ideologie. Die beiden anderen sind Sozialismus und Konservatismus. Der heutige Liberalismus steht für die individuelle Freiheit sowohl der Person als auch des Besitzes. Das heißt dass der Staat möglichst wenig Einfluss auf die soziale und wirtschaftliche Entwicklung nehmen soll.

Eine Republik ist eine Staatsform mit einer gewählten Regierung.

Demokratie bedeutet Volksherrschaft. Damit werden politische Systeme bezeichnet, bei denen die Macht vom Volk ausgeht bzw. ausgehen soll. Zu einer Demokratie gehören u.a.:

  • Freie und geheime Wahlen,
  • Gleichheit vor dem Gesetz,
  • Mehrheitsprinzip und Minderheitenschutz,
  • Gewaltenteilung,
  • Schutz von Grundrechten, Bürgerrechten und Menschenrechten,
  • Meinungs- und Pressefreiheit.
  • Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am/um Mo, 24. April 2017 - 10:30

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    Sozialistische Länder oder kommunistische Länder?

    Hier gibt noch es ein paar Besonderheiten beim Sprachgebrauch. Damals in den sozialistischen Ländern meinte man mit "sozialistischer" Gesellschaft die damalige Klassengesellschaft mit einer "Diktatur des Proletariats". Die Macht sollte theoretisch bei der Arbeiterklasse liegen, praktisch herrschte aber eine korrupte Minderheit. Mit "kommunistischer" Gesellschaft meinte man die Zukunftsvision einer Gesellschaft ohne Klassen und ohne Herrschaftssystem.

    Aus heutiger Sicht spricht man aber häufig allgemein von "kommunistischen Ländern". Das dient unter anderem zur Abgrenzung heutiger sozialistischer Ideen und Strömungen von der damaligen sozialistischen Staatsform.

    Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am/um Mo, 01. Mai 2017 - 00:10

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    Entsprechend den zuvor genannten Erläuterungen gibt es in der heutigen Zeit kein Kommunismus und auch keine kommunistischen Länder. Warum wird dann China ein kommunstisches Land genannt? Wird das Volk von der heutigen Politik belogen? Warum wird die heutige Gesellschaftsordnung in Deutschland nicht Kapitalismus genannt?  Es wird immer von Demokratie geredet, obwohl die Entscheidungen der Regierung überwiegend nicht dem Wohl des überwiegenden Teils der Bevölkerung dienen.

    Gespeichert von Martin Teichert (nicht überprüft) am/um Di, 01. Oktober 2019 - 09:47

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    Viele Begriffe werden ganz unterschiedlich definiert, je nachdem wer sie benutzt. Bei Begriffen mit einer ideologischen Komponente ist das natürlich besonders stark ausgeprägt.

    Im ursprünglichen Sinn ist "Kommunismus" ein Überbegriff über eine Anzahl von politischen Ideologien und Konzepten, die auf die soziale Gleichheit aller Menschen zielen. Der Marxismus propagierte in diesem Sinn das Konzept einer klassenlosen Gesellschaft mit einem Gemeinschaftseigentum an Produktionsmitteln, in der das "Leistungsprinzip" durch das "Bedürfnisprinzip" abgelöst werden sollte. Der angebliche Weg dorthin führte aber in Wahrheit zu Ungleichheit und Korruption. Nach dieser Definition gibt es keine "kommunistischen Länder", und es hat auch früher keine gegeben.

    Eine andere, recht populäre Bedeutung des Begriffs "kommunistische Länder" ist aber die Bezeichnung derjenigen Länder, in denen sich der Staatsapparat mittels kommunistischer (und ähnlicher) Ideologien legitimiert und/oder sich auf diese Weise etabliert hat. Das traf in der Vergangenheit auf die sozialistischen Länder zu und wird heute noch (in unterschiedlicher Weise) für Kuba, Nordkorea, Vietnam, Laos und China benutzt, oder je nach Autor nur für einen Teil davon. Hier steht tatsächlich der ideologische Aspekt im Vordergrund, denn die politischen und wirtschaftlichen Systeme der genannten Länder unterscheiden sich deutlich.

     

    Die heutige Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung in Deutschland (und vielen weiteren Ländern) lässt sich ohne Weiteres als Kapitalismus einordnen. Wichtige Merkmale des Kapitalismus sind das Privateigentum an Produktionsmitteln und die Steuerung durch den Markt. Der Begriff "Marktwirtschaft" verweist auf diesen Umstand. Die Erweiterung "soziale Marktwirtschaft" betont die Aufgabe des Staates, für einen teilweisen sozialen Ausgleich zu sorgen. Der Begriff "Kapitalismus" hat allerdings auch eine andere, stärker ideologisierte Bedeutung im Sinne einer Ausbeutergesellschaft, weshalb er gerne vermieden wird.

    Demokratie ist eine Herrschaftsform, bei der das Volk einen gewissen Einfluss auf politische Entscheidungen hat. Sie lässt sich (im großen Maßstab) nur indirekt implementieren. D.h. das Volk wählt in regelmäßigen Abständen eine Volksvertretung, wodurch es einen Wechsel der Regierung bewirken kann. Die einzelnen politischen Entscheidungen werden aber nicht vom Volk getroffen, wohingegen der Besitz (u.a. von Produktionsmitteln) eine gewisse Einflussnahme ermöglicht. Von daher handelt es sich um einen Kompromiss, der sich aber bisher als stabil und hinreichend effektiv erwiesen hat.

     

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