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Deutsche Wörter, für die es kein Äquivalent / direkte Übersetzung in anderen Sprachen gibt

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Di., 27. November 2018 - 13:22

Guten Tag,

manchmal gibt es Wörter, die es in anderen Sprachen direkt nicht gibt. Man muss dann lange Umwege machen um gleiche Situation so darzustellen, wie sie in der Ursprungssprache ist. 

Kennt ihr solche deutsche Wörter, für die es kein englisches / französisches / spanisches / chinesisches / russisches / arabisches usw Äquivalent bzw. keine direkte Übersetzung gibt?

Und wie nennt man solche Wörter?

  1. Einzelnes Wort: Geborgenheit.
    Englische Übersetzungen sind z.B. "peace and security" oder "feeling of shelteredness", aber die besondere Stimmung dieses deutschen Wortes wird dabei nicht vollständig wiedergegeben.

  2. Zusammengesetzte Wörter: z.B. Schadenfreude, Fernweh, fremdschämen, Kopfkino, Weltschmerz, sturmfrei, Torschlusspanik, verschlimmbessern.
    Aber eigentlich sind das zusammengeschriebene Redewendungen, in denen "normale" Wörter eine andere Bedeutung erhalten.

  3. Wörter mit mehreren Bedeutungen: z.B. machen.
    Je nach Kontext ist "to do" oder "to make" die richtige Übersetzung. Das heißt: Es gibt zwar direkte Übersetzungen. Aber es gibt keine einzelne Übersetzung, die immer gilt. (Eigentlich ist das sehr oft so).

  4. Für Eigennamen gibt es sehr häufig keine Übersetzung, aber das ist nichts Besonderes.

 

Eine "echte" Antwort auf die Frage ist eigentlich nur der Typ 1.

 

  • Wanderlust (besondere Freude am Wandern)
  • Futterneid (Nahrungskonkurrenz bei Tieren; die Übersetzung jealousy ist sehr ungenau)
  • Liebestöter (besonders hässliche Unterhose)
  • Rotzbremse (Oberlippenbart, mit abwertend-spöttischem Unterton)
  • Poltergeist (unsichtbare Spukerscheinung in Gebäuden)
  • kaputtreparieren (eine Reparatur durchführen, wobei sich der Schaden aber vergrößert)
  • Arschfax (hinten am Hosenbund herausschauendes Etikett)
  • Lügendiesel (Diesel-PKW mit manipulierten Abgaswerten)
  • Erklärungsnot (intensiver Druck, eine unangenehme Sache erklären zu müssen)
  • Zugzwang (intensiver Druck, eine unangenehme oder schwierige Sache tun oder entscheiden zu müssen)
  • Bettflucht (starkes Bedürfnis mancher Menschen, besonders zeitig aufzustehen; bei Senioren auch: senile Bettflucht)
  • Bremsstreifen (braune Spur in der Unterhose)
  • Kummerspeck (vergrößertes Körpergewicht wegen seelischer Probleme)
  • Wutbürger (Mensch aus 'geordneten' Verhältnissen, der Empörung und Hass auf die Gesellschaft auslebt)
  • Bildungsroman (Roman über den Entwicklungsweg eines Menschen)
  • unkaputtbar (besonders widerstandsfähig gegen Beschädigung und Zerstörung; als rhetorische Übertreibung)
  • Zeitgeist (typisches Denken und Fühlen einer Epoche)
  • Schnapsidee (dummer, schlechter, unüberlegter Einfall)
  • Backpfeifengesicht (Gesicht, das mir nicht gefällt; wörtlich: Gesicht, das geschlagen werden will)

 

  • fremdeln (Verb)
  • das Fremdeln (Substantiv)

Umschreibung: Ängstliches und scheues Verhalten gegenüber fremden und unbekannten Menschen oder auch Dingen.

 

Beispiele:

"Die meisten Kinder beginnen im Alter von etwa acht Monaten zu fremdeln. Man nennt dieses Fremdeln deshalb auch die 'Achtmonatsangst'. Wenn das Kind fremdelt, dann hat es einen wichtigen Schritt in seiner Entwicklung gemacht. Der Auslöser des Fremdelns ist nämlich die neue Fähigkeit, zwischen Bekannten und Unbekannten zu unterscheiden."

"... Macron helfen heißt also: Europäisch regieren statt bloß reagieren, Konzepte entwickeln, ein gemeinsames Projekt gar – mit nichts aber fremdelt Merkel so sehr wie mit Projektarbeit. ..." (Pressebeitrag, DIE ZEIT Nr. 20/2017, Tina Hildebrandt)

"Sebastian Koch fremdelte vor der Kamera. Köln (dpa) Der international erfolgreiche Schauspieler Sebastian Koch (47) hat nach mehr als 20 Jahren in TV- und Kinowelt bei seinem jüngsten Projekt richtig gehend mit der Kamera gefremdelt." (Artikelüberschrift, Marler Zeitung, Februar 2010)

 

Ein Mündel (ward) ist eine unmündige oder entmündigte Person, die durch einen Vormund (legal guardian) betreut wird.

Diese beiden englischen Übersetzungen sind aber nicht genau treffend, sondern sie erfordern eine Präzisierung oder einen Kontext. Legal guardian können auch die Eltern eines Kindes sein, während das deutsche Wort Vormund gleichzeitig ausdrückt, dass es eben nicht dieser Normalfall ist.

Das englische ward ist ein vielgestaltiges Wort, das mehrere Dutzend teils sehr unterschiedliche Bedeutungen hat. Das deutsche Wort Mündel drückt dagegen eindeutig diesen einen Sachverhalt aus. Deshalb meine ich, dass es in seiner genauen Bedeutung nur umständlich übersetzt werden kann.

Übrigens ist alles richtig: der Mündel, die Mündel, das Mündel (laut Duden und Wiktionary).

 

Das würde ich so nicht sagen. Der rechtlich zugesprochenen Vormundschaft entspricht im Englischen "conservatorship".

Dementsprechend existieren auch Begriffe für Mündel und Vormund, die so eindeutig diesem Umstand zuzuschreiben sind.

Der Mündel ist im Englischen der "conservatee" und der Vormund ist der "conservator". Die Begriffe tauchen auch hier nur bei einer Entmündung auf.

gediegen:

  • aus einem reinen chemischen Element bestehend (insbesondere Metalle in der Natur).
    z.B.: In diesem Fluss kann man Körnchen aus gediegenem Gold finden.
  • haltbar, zuverlässig, ordentlich, traditionell, bewährt, elegant, gut, solide, sorgfältig gemacht.
    z.B.: Der Tischler hat eine gediegene Arbeit abgeliefert.

 

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