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Diszipliniertes Leben in Deutschland ist Albtraum vieler Migranten. Wie sich anpassen?

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am Mi, 10. Dezember 2014 - 22:24

Liebe Mitglieder,

ich möchte über eine Thema offen sprechen. Ich beobachte seit längeren Zeit, dass viele Migranten große Schwierigkeiten haben sich an diszipliniertem Leben in Deutschland anzupassen. Darüber Reden ist allerdings ein Tabu.

Wenn ich in Namen vieler Migranten in gleicher Situation sprechen darf; wir haben von unseren Eltern und Großeltern eine ganz andere Mentalität vererbt. Wir haben gelernt immer locker zu sein, mit Problemen locker umzugehen. Ein Terminkultur fehlt bei Vielen von uns. Wir haben lange Zeit gelernt ohne Stress zu arbeiten, lernen oder allgemein leben.

Wir haben Fehler ignoriert oder toleriert. Wir haben nicht viel Wert drauf gelegt, dass es perfekt wird, was auch immer wir tun. Minimale Funktionalität hat meistens ausgereicht. Aber in Deutschland erwartet man von uns immer perfekt zu sein. Ein Fehler, eine Verspätung, eine spontane Verhalten wird meistens hart bestraft, was nach Wiederholungen zu Frustration führt.

In Deutschland fühlt man sich in einem ewigen Wettbewerb, wobei man jeder Zeit jede Lücke ausnutzen muss, um nicht vernichtet zu werden. Man muss immer lernfähig sein, trotz fehlender Sprachkenntnisse und auch Schulbildung.

Meiner Beobachtungen nach wissen viele Betroffene nicht mal, dass diese Probleme existiert sind. Sie spüren nur, dass eine Integration sehr schwer ist, und versuchen oft schuld woanders suchen. Sie suchen einen sicheren Platz unter irgendwelche Klischees. Daraus bilden sich auch neue Klischees.

Wie kann sich ein Immigrant, der aus lockeren Mentalitätsgebiet kommt, sich an Tempo des Lebens in Deutschland anpassen? Wie kann man seine innere Uhr, seine Reflexe vor allem seine Denkweise anpassen? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht und was würdet Ihr empfehlen? Meine Frage kann sehr abstrakt klingeln aber wird in der Wirklichkeit vielen Betroffenen helfen, die sich in ähnliche Lage befinden.

Vielen Dank und viele Grüße
Melio Shaan

Interessante Frage! Meiner Erfahrungen nach, die für kurze Zeit vorübergehend hier sind, machen keine große Gedanken darüber. Sie wissen, dass sie zurück kehren werden und Rest ihres Lebens nicht in DE verbringen.Die zweite Gruppe sind Einwanderer die eine Entscheidung getroffen haben Rest ihres Lebens in DE zu verbringen. Sie bemühen sich sehr anzupassen. Die dritte Gruppe sind , Einwanderer welche unsicher sind ob sie in DE blieben wollen oder irgendwann zurück kehren werden. Die haben am meistens Probleme damit.

Gespeichert von Angepasster Ei… (nicht überprüft) am/um So, 01. Februar 2015 - 01:41

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Wer in Deuschland bleiben und arbeiten will, muss nicht nur gut deutsch können, sondern auch diszipliniert sein. Er sollte bei aller Kleinlichkeit, die ihm immer wieder begegnet, daran denken, warum deutsche Qualität in der ganzen Welt so gefragt ist. Und wenn ein Rohr einen Durchmesser von 0,83 cm haben soll, dann darf es eben nicht 0,82 oder 0,84 cm aufweisen, sonst hätte der Kunde diesen Durchmesser bestellt. Das gilt insbesondere auch für Termine jeder Art.

Warum sind wir in Deutschland so genau? Weil unsere Großeltern von ihren Eltern Pünktlichkeit und Disziplin gelernt haben und uns dies weiter vermittelt haben. Und wir haben dies unseren Kindern vererbt. Diese Disziplin und Zuverlässigkeit ist es, die unserer Arbeit und unseren Produkten diese hohe Qualität gibt. Und dies wollen wir natürlich beibehalten, auch wenn wir durchaus gern gut ausgebildete Ausländer aufnehmen.

Also: Wer sich dieser Disziplin nicht anpassen und lieber lässig leben will und wer meint, Deutsch in einem 4-Wochenkurs lernen zu können, sollte lieber in seinem Land bleiben. Er wäre sonst hier ewig arbeitslos. Wer aber seine Chancen erkennt, wird in Deutschland dafür belohnt werden.

Ihr Kommentar zeigt sehr deutlich,womit der Deutsche sich,nahezu komplett,identifiziert.Mit seiner Arbeit.Er ist gar nicht mehr in der Lage,
an anderes zu denken.Erst ein burn-out(Zustand höchster Anspannung) wird ihm eventuell klarmachen,daß Leben nicht gleich Arbeiten bedeutet.
Der Deutsche ist auch kaum bereit,die Gelassenheit,die manch Migrant mitbringt,als Geschenk zu betrachten.Er bekämpft sie stattdem und bringt sich selbst um
gute Lebenserfahrungen damit.Eine fremdenfeindlicheres Volk als das deutsche kenne ich nicht.Gemeinschaft wird hier bedrohlich erlebt.Wirkliche Gastfreundschaft gibt es kaum.

Danke, danke, das sehe ich genauso. Der Deutsche ist und bleibt eben der "Homo Faber".
Er wird noch nicht mal einsehen, was so schlimm daran sein soll, und der ihm weitaus überlegene "Homo ludens", das ist für ihn ein kindischer Depp.

Na, das ist aber wirklich ein wenig zu einfach erklärt und stellt uns Deutsche ja so dar, als ob wir alle total verbissen diszipliniert an den Produkten der deutschen Wertarbeit feilen, auf den 1000stel Millimeter genau.
ACHTUNG IRONIEMODUS AN :"Ja, die Deutschen, die haben lange gebraucht um so ein homogenes Volk zu werden. Die militaristische Erziehung zur Obrigkeitsdemut der Preußen war schon ganz gut doch erst im Nationalsozialismus wurden dann endlich das arbeitsscheue Pack und die Hedonisten aussortiert. Herr Hitler war zwar in seinen letzten Tagen enttäuscht vom deutschen Volk, denn er hatte noch weitaus höhere Ziele im Sinn für seine Schäfchen als nur die Bewunderung der ganzen Welt für die Perfektion mit der alle Produktion ausgeführt wird. Heute jedoch macht uns diese Tradition, die strikte Einhaltung der sogenannten deutschen Tugenden zu Herren: gut ausgebildete Ausländer, die wollen wir nur, wenn sie sich auch in der Pünktlichkeit und Ordnung anpassen, sehr gut Deutsch sprechen können und das lässige Leben ganz schnell ablegen. Wer sich schliesslich aber in kleinkarierter Spießbürgerart noch deutscher benimmt als es zu ertragen ist, der wird den deutschen Lohn erhalten: in Einsamkeit die Früchte seiner Arbeit zu geniessen." ENDE IRONIEMODUS

Lieber Ausländer, der Du Deine Probleme mit der deutschen Verbissenheit so mutig und ehrlich geschildert hast, ich kann Dir versichern, dass es genug Deutsche gibt, die auch unter diesem Wahn leiden, der Wahn, der die Perfektion und die Disziplin über alles stellt, über Liebe, über Spaß, über Menschlichkeit, die eigenen Kinder, die eigene Gesundheit, den Rest der Welt. Dem Arbeitgeber und auch den Kollegen ist es wichtig, dass Du pünktlich bist.Dein Charakter wird nach dem Grad der Pünktlichkeit bewertet. Du kannst ein richtiger Stimmungskiller sein, ein Demotivator, ein Intrigant, ein Unterdrücker, ein Lügner und ein ganz mieser Teamplayer, Hauptsache Du bist pünktlich.Und niemals krank, außer Du liegst auf der Intensivstation oder im Hospiz.
Auch erntet man die Bewunderung der Kollegen, wenn man, so oft es möglich ist, hervorhebt, wieviel man "schafft", wie gehetzt man ist, dann noch einen Nebenjob, in der kaum vorhandenen Freizeit noch schwarz bei Nachbarn und Bekannten arbeitet, und trotzdem einen perfekt keimfreien Haushalt wie aus dem Katalog hat, und Schmerzen quälen einen schon seit Jahren, aber "schaffe gehe", das muss man als guter Deutscher. Arbeitsscheue, Sozialschmarotzer, Vergnügungssüchtige, Kranke, wenig Belastbare,... die haben traditionel einen schlechen Stand hier. Und die Kehrwoche muss man auch einhalten, bitte nicht erst Sonntag abend kehren, denn dann ist Dir schon jemand anderes zuvor gekommen, das Herz gefüllt mit einer Mischung aus Mißmut (weil man das jetzt auch noch machen muss) und Genugtuung ("Ich habs ja gewußt" und "Keiner ist so gründlich und organisiert wie ich."
Lass Dir bitte nicht die gute Laune verderben, suche die Gesellschaft von lockeren Deutschen (Großstadt/links alternativ Szene/Künstler/Musiker/Kreative) und trag ein wenig vom entspannten Miteinander Deiner Heimat hierher. Nicht nur der Ausländer kann vom Leben in Deutschland profitieren, sondern auch und vor allem der Deutsche von der Vielfalt der Möglichkeiten, die es möglich machen lustvoll zusammen auf einem einziartigen Planeten durchs Weltall zu eiern. Vielleicht wird dann mal klar wie absurd es ist, die Augen vor der komplexen Heterogenität des wunderbaren und kurzen Lebens zu verschließen.
Alles Gute wünsch ich Dir von ganzem Herzen!

Ja gut, aber was will man mit Leuten anfangen die unpünktlich sind? Es ist doch eh schon viel lockerer geworden und man hat sich auf Ausländer eingestellt: 10 bis 15 Minuten zu spät kommen ist heute normal in vielen Betrieben. Vor 30 Jahren noch kam man mal 5 Minuten zu spät und hatte Diskussionen. Aber Leute die meinen, jeden Tag kommen zu können wann sie lustig sind -solche Erfahrungen machte ich- das geht eben nicht. Das ist auch ungerecht gegenüber denjenigen Mitarbeitern, die sich an die Zeiten halten. Es gibt auch Betriebe wo man sagen kann: "dann soll er halt länger bleiben oder am Samstag dazu arbeiten um seine Zeit reinzuholen". Vielfach machen andere, die pünktlich sind zur selben Zeit aber Überstunden. Das ist dann also auch nicht ganz gerecht. Und es gibt eben Bereiche, wo Pünktlichkeit unerlässlich ust. Weil es Termindruck gibt, ein Kunde wartet usw. Da kann ich nicht sagen: "sorry, unser Mitarbeiter ist eben cooler, lockerer Ausländer". Außerdem haben nicht alle Nichtdeutsche Probleme mit Pünktlichkeit. Russen sind immer pünktlich zur Arbeit. Eher überpünktlich. Leute vom Balkan - früher sagte man Jugos- sind auch pünktlich, Tschechen, Polen usw. Bei Italienern und Griechen sieht es anders aus. Teils auch bei Türken. Araber, Afrikaner usw. meinen sie könnten kommen wann sie lustig sind. Da kommt auch hinzu, dass die denken, wenn sie einmal 2 Rohre zusammengeschwissen hätten, sie seien Schweißer usw.

Was die Leute privat machen ist ihre Sache. Wenn sie jeden Tag ihre Ehefrau um eine halbe Stunde versetzen, nicht mein Problem. Wenn die Kindergärtnerin jeden Tag eine halbe Stunde länger machen muss, keinen Feierabend machen, die eigenen Kinder nicht rechtzeitig abholen kann, weil Mustafa es wieder verpennt, das Kind von der Kita zu holen, auch nicht men Problem. Es zeigt aber, wie sich das auswirkt (Ereigniskette). Und dass andere durch die Unpünktlichkeit in Mitleidenschaft gezogen werden. Viele ach so coole, lockere Ausländer denken sicher nicht so weit.

Komischerweise kommen aber doch alle her. Und ihr Geld, sei es Lohn oder Hartz kriegen sie auch stets pünktlich... Nun, niemand zwingt die "armen" Ausländer hier zu leben wenn es ihnen nicht gefällt. Warum bleiben sie dann nicht zuhause, wenn's da so schön, cool und locker ist? Etwa weil Unpünktlichkeit weder Arbeitsplätze noch ein Sozialsystem schafft?

.....als stellenweise sinnbefreite Pünktlichkeit um jede Preis. Ich bin eher die klassische Deutsche - in meiner äußeren Erscheinung. Geboren, aufgewachsen, Schule, duale Ausbildung und Meisterqualifizierung auf dem zweiten Bildungsweg. Jeden Morgen zwischen 06:30 Uhr und ca. 08:00 Uhr ist das Verkehrsaufkommen unwirtschaftlich. Jeder jetzt, ist meist genervt weil er pünktlich in der Schule oder auf der Arbeit sein muss.  Der klassische acht-Stunden-Tag wartet. Das alles ist ebenfalls unwirtschaftlich. Mal ehrlich: Wer bringt konsequent 8 Stunden Leistung? Wäre es nicht sinnvoller, nach Leistung zu bezahlen und wenn das realistische Tagespensum einer Vollzeitstelle abgearbeitet ist - zu gehen? Sich um Familie, eigene Gesundheit, eigene Motivation usw. zu kümmern? Ich bin schon immer in diesem Land - ohne Ausnahme...und erlene dieses Verhalten als befremdlich. Ach ja... ganz oft erlebe ich auch: " Nicht das Erreichte zählt, das erzählte reicht". Damit lässt sich sicher auch ein acht-Stunden-Tag füllen. Hauptsache pünktlich!

.....als stellenweise sinnbefreite Pünktlichkeit um jeden Preis. Ich bin eher der klassische Deutsche - in meiner äußeren Erscheinung. Geboren, aufgewachsen, Schule, duale Ausbildung und Meisterqualifizierung auf dem zweiten Bildungsweg. Jeden Morgen zwischen 06:30 Uhr und ca. 08:00 Uhr ist das Verkehrsaufkommen eher unwirtschaftlich. Jeder ist meist genervt weil er trotzdem pünktlich in der Schule oder auf der Arbeit sein muss. Der klassische acht-Stunden-Tag wartet und die Zeiterfassung. Das alles ist ebenfalls unwirtschaftlich. Stau, genervte Mitarbeiter die erst mal Ruhe benötigen vom morgendlichen Stress. Mal ehrlich: Wer bringt konsequent 8 Stunden Leistung? Wäre es nicht sinnvoller, nach Leistung zu bezahlen und wenn das realistische Tagespensum einer Vollzeitstelle abgearbeitet ist - zu gehen? Sich um Familie, eigene Gesundheit, eigene Motivation usw. zu kümmern? Ich bin schon immer in diesem Land - ohne Ausnahme ...und erlebe dieses Verhalten als befremdlich. Ausnahmen sind natürlich Kundentermine und teilweise alternative Dienstleistungen welche die permanente Anwesenheit erfordern. Ach ja... ganz oft erlebe ich auch das Motto:  "Nicht das Erreichte zählt, das Erzählte reicht". Damit lässt sich sicher auch ein acht-Stunden-Tag füllen. Hauptsache pünktlich!

Ich denke es gibt keinen Trick um so zu werden, entweder man will das, oder auch eben nicht.
Ich bin Deutscher, aber das Verlangen alles perfekt zu machen habe ich nicht, wohl aber wenn mir etwas wichtig ist. Das müsste doch auch für Menschen aus einer anderen Kultur machbar sein.
Wenn ich einen Job unbedingt will, dann bin ich auch schon mindestens 10 Minuten vor dem Beginn des Bewerbungsgespräches da.

Verstehen kann ich dich aber, die Deutschen wurden echt zu Arbeitssklaven erzogen. Lassen sich mit Konsum als Möhre vor der Nase, zu Robotern machen die den oberen 10% ihren Reichtum vermehren und wählen dann noch Politiker, die Politik machen die nur diesen oberen 10% zugutekommt.

Wer hat da schon Bock drauf?

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am/um Do, 14. Mai 2015 - 15:23

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Pauschale Aussagen sind immer falsch. Wenn alle deutschen so perfekt, termintreu und fleissig sind, warum wird Berliner Flughafen nie fertig?

Ordnung und Selbstdisziplin braucht jeder Mensch um erfolgreich zu sein. Ich denke, das hat mit Deutsch oder nicht-Deutsch zu sein, wenig zu tun.

Es kommt drauf an, was man macht und was die Eltern gemacht haben, wie man erzogen wurde.

Wenn man in seinem Land Landwirtschaft betrieben hat und ein paar Monate im Jahr für sich spontan gearbeitet hat, muss man nicht auf jede Kleinigkeit achten.

In einem Krankenhaus als Chirurg schon!

Auch hier leben Millionen Deutschen, die genannante "negative" Eigenschaften besitzen.

Gespeichert von Gast (nicht überprüft) am/um Mi, 06. Januar 2016 - 21:39

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Der Beitrag ist ehrlich und erfrischend. Natürlich kann er von "Rechten" missbraucht werden. Aber die fast krankhafte Sorge alles zu vermeiden, eben auch Ehrlichkeit, nur damit man denen nie recht gibt, ist sinnlos und kontraproduktiv.
Leider dominiert und vergiftet das aber gerade das die Debatte.

Das andere Kulturen alle genau so "gut" sind wie die eigene ist ein Dogma an da sich fast alle halten im Establishment, auch in den Kommentaren hier sieht man es.
Die "Fremden" kommen aber hierher wegen unserer Qualitäten, Schlamperei und Unzuverlässigkeit gibt es genug in der 3. Welt, und als Ergebnis Armut und Chaos. Ich familiäre Beziehungen dahin, ich weiß das ;-)

Es geht aber weniger darum was gut ist sondern einfach darum was sinnvoll ist, und was kompatibel ist.

Sogar eine CDU-Tante hat erklärt es sei schön dass wir jetzt "lockerer" werden. Das ist atemberaubend verantwortungslos. Wenn wir sinken im Niveau, auch wenn es nur auf das der Türkei oder Mexikos ist, hat das fatale Folgen – je ärmer man hier ist desto mehr.

Daher ist die simple Folgerung dass wir nicht naiv Millionen Leute holen sollten die nicht kompatibel sind. Das ist für niemanden, außer die ganz Reichen gut. Unsere Mentalität ist wie sie ist, und braucht nicht geändert werden, denn wegen ihr wollen alle kommen.
Aber wir können sie niemandem einpflanzen. Auch nicht mit Milliarden für "Kurse".

Gespeichert von Karl Renz (nicht überprüft) am/um Do, 11. Februar 2016 - 08:32

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Ich kenne einige ausländische Arbeitnehmer/innen, die hier in Deutschland arbeiten. Sie sind in erster Linie hierher gekommen, weil sie in ihren Ländern erfolglos nach einer angemessenen Arbeitsstelle gesucht haben. In Deutschland haben sie dann eine Stelle gefunden und deshalb den Umzug in ein anderes Land gewagt. Die deutsche Mentalität war also nicht ausschlaggebend!

Allerdings habe ich von den meisten dieser Leute sehr positive Kommentare zur Arbeits- und Lebensweise in Deutschland gehört. Sie haben sich hier eingelebt und wissen die klaren Strukturen (auch in der Arbeitswelt), die gepflegten Städte, den Umweltschutz, die gute medizinische Versorgung, die Art der Kooperation im Beruf etc. zu schätzen. Dass sie wegen der besonders hohen "Diszipliniertheit" der deutschen Kollegen und Chefs gestresst sind, haben mir diese Bekannten noch nicht erzählt.

Meine Überlegung ist daher: Vielleicht waren gerade diejenigen Arbeitssuchenden so wagemutig und mobil, nach Deutschland zu kommen, die selbst sowieso besonders ehrgeizig und engagiert sind? Oder in deren Heimatländern ebenfalls ein hohes Arbeitsethos besteht? (Die Unterschiede dürften europaweit wahrscheinlich nicht so groß sein..., auch wenn gerade die "preußische Disziplin" als legendär gilt...) Weil sie selbst aus einem ähnlichen Umfeld stammen oder selbst ähnlich gestrickt sind, ist ihnen die deutsche Disziplin im Beruf von Beginn an nicht negativ aufgefallen?

Und wie ist die Lage für die Neu-Einwanderer/Asylbewerber ohne Beruf? Sie kommen aus unterschiedlichen Gründen gerade nach Deutschland (Gründe, die sie selbst am besten kennen), aber ich glaube auch bei ihnen nicht, dass es gerade die deutsche Mentalität ist, die sie anzieht. Ich weiß nicht, ob sich die Neu-Einwanderer überhaupt für Deutschland (als Land mit einer eigenen Kultur) und für die Deutschen mit ihrer Mentalität interessieren. Wenn man in Zeitungsartikeln von den Verfahren liest, die Asylbewerber gegen die deutschen Behörden anstrengen, weil die Asylanträge zu langsam bearbeitet werden, dann hat man eher den Eindruck, dass die Deutschen den Asylbewerbern nicht diszipliniert genug erscheinen ;-) und die Deutschen noch viel mehr Arbeitsethos zeigen sollten, um trotz unkontrollierter Massenzuwanderung die gesamte Organisation und Verwaltung weiterhin perfekt im Griff zu haben. Leider ist Deutschland nicht perfekt genug und die Deutschen sind nicht diszipliniert genug... die Antragsverfahren dauern lange, die Asylbewerber müssen warten (und manchmal umziehen) und sind unzufrieden. Wie groß Disziplin und Perfektion der Asylbewerber selbst sind, weiß man nicht so genau.

Gespeichert von Findefuchs (nicht überprüft) am/um Mo, 08. August 2016 - 04:28

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